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Alte Kollau

Das Verständnis reift

Im November wurde vom Bezirk eine Grundinstandsetzung des östlichen Teilstücks der Alten Kollau durchgeführt. Im Verlauf der Arbeiten wurde auch die Rückstauklappe an der Einmündung in die Kollau im Bereich Niendorfer Straße repariert. Die defekte Klappe hatte in den letzten Jahren immer wieder für Überschwemmungen gesorgt.

„Das Bezirksamt Eimsbüttel beabsichtigt für das Gewässer ‚Alte Kollau‘ vom Wehmerweg bis zur Güterumgehungsbahn eine Grundinstandsetzung durchzuführen“, so kündigte eine Pressemitteilung auf den Hamburg-Seiten die Arbeiten an.

Dazu wäre zunächst festzuhalten, dass die Alte Kollau in diesem östlichen Teilstück nicht mehr wirklich ein Gewässer, sondern eher ein Graben ist. Im Bereich Wehmerweg ist die Alte Kollau nämlich durch eine Mauer gegen jeglichen Zufluss aus dem westlich des Wehmerweg gelegenen Teilstücks abgeschottet.

Während die Alte Kollau im westlichen Teil noch Wasser führt, läuft im östlichen Teil nur Regenwasser der anliegenden Grundstücke am Wullwisch zur Kollau ab. Wasserstand maximal 30 cm. Auf diesem Teilstück wurden nun folgende Arbeiten ausgeführt:

  • teilweiser Rückschnitt von Bäumen und Büschen
  • Fällung einiger abgängiger Bäume
  • Entschlammung der Gewässersohle
  • Reparatur und Ersatz abgängiger Böschungssicherungen
  • Reparatur der Rückstauklappe

Aufgrund der Enge des Gewässergrundstückes müssen viele Arbeiten von Hand ausgeführt werden, dabei hatten die Arbeiter Glück, dass es bis in den Dezember hinein sehr milde war.

Die nun durchgeführte Sanierung dieses Abwassergrabens ist allerdings ein Politikum. Noch im Sommer letzten Jahres hatte es verschiedene Informationsveranstaltungen zur Ausweisung der Überschwemmungschutzgebiet (ÜSG) im Bezirk Eimsbüttel gegeben. Und immer wieder hatte die Situation am Wullwisch Diskussionsstoff geboten. Stets hatten Bürger die Behörden auf die defekte Rückstauklappe hingewiesen, denn die Auswirkungen dieses Defekts kannten die meisten Anwohner sehr genau: überschwemmte Keller. Von den Sachverständigen des Bezirks aber wurden diese Zusammenhänge immer wieder geleugnet, was dazu beitrug, dass die Grundstücke am Wullwisch fälschlicherweise dem neuen ÜSG Kollau zugerechnet wurden.

Nachdem die Klappe nun Instand gesetzt wurde, verbleibt allerdings noch ein weiterer Grund für Überschwemmungen in diesem Bereich: Die unterirdische Abführung des westlichen Teilstücks der Alten Kollau am Wehmerweg. An der Einmündung dieses Siels in die Kollau gibt es keine solche Rückstauklappe, sodass es bei Hochwasser zur Stromumkehr kommt und die Wassermassen aus der Kollau über das eigentlich zur Entwässerung gedachte Sielsystem in den Wullwisch gelangen (weitere Details dazu siehe Lokstedt-online vom 06.08.2014).

Da der Bezirk sich nun doch noch zumindest um das östliche Teilstück der Alten Kollau - also dem Graben entlang der Grundstücke am Wullwisch - gekümmert hat, kommt bei den Anwohnern gleichsam Hoffnung auf, dass das zuständige Fachamt allmählich begreift, wie das Gewässersystem „Alte Kollau - Geelebek - Kollau“ funktioniert: Die brachliegende Fläche am Hagendeel - als einzig verbliebene Auenwiese - fungiert bei Hochwasser als natürliches Retentionsbecken. Sie macht etwa zwei Drittel des ÜSG Kollau aus.

Wenn dieses neue Verständnis weiter reift, liegen die weiteren Maßnahmen auf der Hand:

  • Einbau einer Rückstauklappe an der Einmündung der westlichen Alten Kollau
  • Überprüfung der Topografie der ÜSG Kollau
  • Keine Geländeaufschüttung auf dem Grundstücks am Hagendeel

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© Lokstedt-online.de 25.01.2015