Veranstaltung im Bürgerhaus Lokstedt

Ich kaufe mir mein Stromnetz selbst!

Hört sich großspurig an, oder? Wenn man aus dem ich und dem mein aber ein wir und ein unser macht, wird daraus plötzlich eine Idee, die Realität werden kann.

In Hamburg läuft Ende 2014 die Konzession für das Stromnetz aus, und nach 20 Jahren besteht wieder die Chance einen wichtigen Teil der Daseinsvorsorge unter die Kontrolle der Bürger zurück zu erobern. Dies hat sich „Energienetz Hamburg“ zum Ziel gesetzt.

Am 22. September 2013, am Tag der Bundestagswahl, entscheiden die Hamburger auch über den Bürgerentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“. Der überwältigende Erfolg des vorausgegangenen Bürgerbegehrens mit über 114.000 Unterschriften machte deutlich, dass in Hamburg die Stimmung für die Rücknahme der Kontrolle über die Energienetze vorhanden ist.

„Aber die öffentlichen Kassen sind doch leer, die Elbphilharmonie kostet ein Vermögen und die Schuldenbremse ist angezogen!“ hört man vielleicht. „Ach ja, stimmt, schade, dann geht es ja wohl nicht. Dann muss das Netz wohl doch in fremder Hand bleiben“, ist man vielleicht geneigt einzuknicken.

Denkste! Hamburg hat Geld, Hamburger Bürger haben Geld. Viel Geld. Sehr viele wissen einfach nicht wohin mit ihrem Geld, da die Spar- und Tagesgeldkonten auf absehbare Zeit so wenig Zinsen bringen, dass das Geld kontinuierlich schwindet. Gold, Aktien? Bei dem jetzigen Preisniveau und den Konjunkturaussichten kann man diese kaum als sichere Anlagen ansehen. Wohnung, Haus? Gerade in Hamburg sind die Preise so hoch, dass sich diese Frage nur noch wenigen stellt. Da bietet das Konzept von Energienetz Hamburg die Alternative für jeden, der ab 150 Euro doch lieber eine Investition in eine solide Genossenschaft vorzieht und dann mit entscheiden kann, wie das Hamburger Stromnetz für die Energiewende fit gemacht wird – ohne dass die Profite aus Hamburg hinaus fließen und ganz ohne Millionenboni für das Topmanagement. Dass das Modell kein beispielloses Experiment mit unbekannten Risiken ist, davon erzählen viele andere solcher Genossenschaften in anderen Gemeinden Deutschlands.

Das Genossenschaftsmodell von EnergieNetz Hamburg (ENH) kann auch als ein Angebot an den Senat angesehen werden: Senat und Bürger – lasst uns doch zusammen tun und das Stromnetz gemeinsam zurück erwerben! Je eindeutiger das Votum der Bürger beim Bürgerentscheid am 22. September ausfällt, desto überzeugender ist das gesamte Konzept.

Die ENH lädt am 20. Juni 2013 um 19.00 Uhr alle Interessierten zu einer kostenlosen Informationsveranstaltung ein. Sie findet in den Räumen des Bürgerhauses Lokstedt, Sottorfallee 9 statt. Eine gekürzte Fassung eines preisgekrönten Fernsehfilms über die einschlägige Pionierleistung in Schönau steht am Anfang. Anschließend wird ENH das Konzept für Hamburg vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen.

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© Lokstedt-online 11.06.2013, Helena Peltonen