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Jörn Apenburg

Ehrenamt in Meisterhand

Lange Zeit hatte das Bürgerhaus Lokstedt nach einem Hausmeister gesucht. Es wurden Aushänge angepinnt und Anzeigen geschaltet. Seit nunmehr einem Jahr hat das Bürgerhaus Unterstützung in handwerklichen Tätigkeiten durch Jörn Apenburg. Aktuell braucht er allerdings Hilfe, der Bürgerhaus-Keller muss ausgeräumt werden.

Auf den monatlichen Vorstandssitzungen begleitete uns das Thema schon jahrelang. Es sind die vielen kleinen handwerklichen Dinge, an die sich keiner aus dem Bürgerhaus-Team heranwagte.

Jörn Apenburg aus dem Behrkampsweg hat schon immer ehrenamtlich geholfen wo er nur konnte. Neben seiner Arbeit hat er sich um bedürftige Menschen gekümmert, war beim Deutschen Roten Kreuz in der Nachbarschaftshilfe aktiv. Apenburg: „Dort konnte ich meine handwerklichen Fähigkeiten einsetzen.“

In den letzten Jahren hat Apenburg seine Frau Gertrud Hagenheide gepflegt. Sie war es, die ihn nach Lokstedt geholt hatte. Sie war hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Und als sie schließlich verstarb, hinterließ sie eine große Lücke in Apenburgs Leben.

Obwohl Apenburg erst seit 2002 hier im Stadtteil wohnt und sein Sohn in Süddeutschland lebt, möchte er in Lokstedt bleiben. Es ist einfach der Stadtteil mit den Erinnerungen an seine Frau, er ist ihm ans Herz gewachsen.

Apenburg hatte nun wieder mehr freie Zeit und wollte damit etwas Sinnvolles machen. Also rief er im Bürgerhaus an und fragte nach. Und im Sekretariat gingen gleich die Alarmknöpfe an. „Wir können eine Hausmeister gebrauchen“, bekam er zur Antwort.

„Naja, den Posten eines Hausmeisters hatte ich mir zwar nicht vorgestellt, ich dachte eher an leichte Hobby-Handwerkstätigkeiten, zumal die Arthrose fortschreitet“, so Apenburg. Allerdings musste er sich auch eingestehen, dass er für den Posten prädestiniert ist: Er hat Maschinenschlosser gelernt, anschließend Maschinenbau studiert, verfügt über viel handwerkliches Geschick - und hat Zeit.

Apenburg wurde dann spontan zur nächsten Vorstandssitzung eingeladen und Helena Peltonen machte gleich mit ihm eine Hausbegehung. Seither ist Apenburg im Team. Er ist nun wieder unter Leuten, besucht auch mal die eine oder andere Veranstaltung.

Auf den folgenden Vorstandssitzungen kam dann nach und nach die eigentliche Arbeit zum Vorschein. Jeder fand etwas anderes wichtig. Der Schaukasten, der Wasserhahn, die Klospülung, die Tür. Überall Tätigkeiten, die eigentlich einen Fulltime-Job erfordern.

Apenburg fing Gentlemen-like mit der Damentoitette an. Da war ein Riegel kaputt und sollte erneuert werden. Das brauchte er aber nicht. Apenburg hat den Rahmen vom Riegel repariert und so musste er nur noch einen neuen Schlüssel kaufen. Da hat das Bürgerhaus bereits eine Menge Geld gespart.

Die Eingangslampe auf der Veranda war defekt. Das war bei Abendveranstaltungen besonders störend. Kurzerhand reparierte Apenburg die Lampe und die Veranda erstrahlt im neuen Glanz. Nun wird Sie bei Abendveranstaltungen (von den Rauchern) wieder gerne genutzt.

Das Meisterstück

Auf einer der Sitzungen wurde erwähnt, dass etwas mit dem Dach vom Geräteschuppen nicht in Ordnung sei. „Ich bin noch gleich mit Helena rausgegangen und sie zeigte mir den Schuppen. Zum Glück war das marode Teil hinter den Bäumen versteckt.“

Die Pressspannplatte vom Dach war weich. Die Dachpappe muss irgendwann weggeweht sein. Lange hätte es nicht mehr gedauert, da wäre das Dach eingestürzt. Da war nichts mehr zu reparieren. Das Dach musste neu.

Der Rest war Profiarbeit (siehe Fotoserie). Erst mal eine Plane auf das Dach gespannt. Dann Einkäufe getätigt. „Ich habe dann Zeichnungen einer neuen Dachkonstruktion gemacht und bin dann die Sache angegangen“, so Apenburg.

Es war allerdings sehr viel Arbeit. Mit den Fahrten zum Baumarkt hat Apenburg 44 Stunden gebraucht. „Eigentlich habe ich meine körperlichen Grenzen überschritten, zu Hause bei mir blieb vieles liegen.“

Ein Dach für alle…Gartengeräte

Aber eines kann man trotzdem sagen: Es ist ein echt gelungenes neues Dach geworden. Wir alle freuen uns sehr, dass die Gartengeräte zukünftig wieder ein eigenes Haus haben, trocken bleiben und keinem das Dach auf den Kopf fällt.
Einen Wunsch hat Apenburg allerdings noch: Es wäre schön, wenn sich möglichst viele Freiwillige finden würden, die mit ihm zusammen den Keller ausmisten.

Besonders freuen würde er sich, wenn sich ein Team von Handwerkern zusammenfinden würde. Gemeinschaftlich bringen solche Arbeiten einfach mehr Spaß. Vielleicht findet sich jemand, der Herrn Apenburg zukünftig unterstützen möchte.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 19.02.2015