Im Gespräch mit dem Flüchtlingsrat Hamburg

Gegen jede Diskriminierung

Am Donnerstag, den 27. November war der Flüchtlingsrat Hamburg mit zwei Mitarbeitern zu Gast im Bürgerhaus Lokstedt. Diese äußerten sich kritisch zur Flüchtlingssituation in Hamburg, speziell über die Lage in den Erstaufnahmeeinrichtungen.

Zu dem eher ernsten Thema, wie es Flüchtlingen in unserer Stadt ergeht und wie der Flüchtlingsrat seine Arbeit für diese große Zahl von Menschen sieht, gab es eine Runde von interessierten Besuchern, die aktiv das Gespräch mit den Vortragenden suchten, nachhakten mit Fragen, eigene Erfahrungen einbrachten oder auch ganz konkret um Ratschläge baten, wie sie sich engagieren könnten. Und obwohl es nicht immer vollständige Einigkeit bei allen Positionen zur Flüchtlingsarbeit gab, so war der vielfältige Gedankenaustausch doch sachlich und stets anregend. Nach Meinung aller Anwesenden hatten sie an diesem Abend viel dazugelernt.

Vorausgegangen war dem Gespräch eine eindringliche Darstellung in vielen Details von Franz Forsmann zur Flüchtlingssituation in Hamburg, und ganz besonders in den Erstaufnahmeeinrichtungen der Hansestadt, die nach der Sicht des Flüchtlingsrates als „Lager“ zu bezeichnen sind. Alle Flüchtlinge müssen dort in den ersten drei Monaten leben und haben dort selten ausreichende Möglichkeiten, umfassende Informationen zu erhalten. Diese Informationen sind aber unbedingt notwendig, um wirksame Asylanträge zu stellen. Auch Kontakte zu Rechtsanwälten, die sie dabei beraten können, können sie nicht aufnehmen, weil ihnen die Geldmittel fehlen. Eine frühzeitige Integration der Flüchtlinge in die bestehende Gesellschaft im Aufnahmeland wird so auch verhindert.

Der Flüchtlingsrat selbst sieht sich als offenes Plenum für antirassistische Arbeit, er stellt sich gegen jede Diskriminierung von Menschen. Alle Menschen werden akzeptiert. Sein Motto ist: „Offene Grenzen für alle“. Dahinter steht die Idee „einer Welt des Austausches“. Für den Flüchtlingsrat ist oberstes Prinzip, die Selbstorganisation von Flüchtlingen und Migranten in enger Zusammenarbeit mit ihnen zu unterstützen.

Das war auch der abschließende Rat von Franz Forsmann an die Zuhörerschaft auf die Frage nach sinnvollem Handeln in der Flüchtlingshilfe: Mit den Flüchtlingen als gleichberechtigte Partner zu agieren und Netzwerke zu bilden, um positive Veränderungen zu bewirken.

Do. 27.11.2014

Bürgerhaus Lokstedt

Im Gespräch mit dem Flüchtlingsrat Hamburg

„Kein Mensch ist illegal.“ Warum fliehen Menschen? Wie gehen wir mit Ihnen um? Wie sollten wir das tun? Der Flüchtlingsrat informiert und stellt sich dem Gespräch.

Sottorfallee 9, 22529 Hamburg
Tel. 56 52 12

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© Lokstedt-online 29.11.2014; Monika Grell, Bürgerhaus Lokstedt