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ADFC im Bürgerhaus

Weitgehend eine Kopfsache

In der Diskussionsreihe mit Nichtregierungsorganisationen war am letzten Donnerstagabend der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. zu Gast im Bürgerhaus Lokstedt. Die Besucher erlebten einen systematischen und umfassenden Vortrag, in dem die Forderungen des Vereins am Beispiel von Lokstedt vorgestellt wurden.

Die Besucher kamen mit Fahrrad. Es sei denn, man hatte einen Fahrradunfall als Folge zu hoher Bordsteinkante für das Erreichen des Radweges von der Fahrbahn gehabt und war auf Krücken angewiesen. Solch eine Erfahrung kann einen, der sich zeitgemäß ganz oder weitgehend vom Pkw auf Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr umgestellt hat, nicht davon abhalten, beim Vortrag des ADFC Hamburg Eimsbüttel dabei zu sein.
 
J. Deye stellte erst einmal kurz den Verein vor, der immerhin 7.100 Mitglieder in Hamburg und über 145.000 Mitglieder in ganz Deutschland hat.

Radfahren liegt wahrlich im Trend und, wie Deye betonte, auch eMobilität ist groß im Kommen, wenn man von Pkw absieht und auf eBikes und Pedelecs schaut.

Die übergeordneten Ziele des ADFC sind höhere Lebensqualität und Klimaschutz bei gemischtem Verkehr mit gleichberechtigten Verkehrsteilnehmern auf der Fahrbahn. Der Ansatz ist systematisch und umfassend, „Radverkehr als System“ war den auch Deyes Vortragstitel. Mit Beispielen aus Lokstedt veranschaulichte er die typischen Schwächen heute.

Trotz verständlicher Ängstlichkeit bei manchem Radler ist die Forderung des ADFC das Radfahren in erster Linie auf die Fahrbahn zu verlegen gut belegt. Vor allem in Kreuzungsbereichen bedeuten die heute üblichen Hochbordradwege eine mindestens 3-fache, beim Abbiegen eine bis zu 11-fach höhere Unfallgefahr. Einmal vernünftig umgesetzt, hätten die Radfahrer außerdem mehr Fahrkomfort, und die Stadt erheblich niedrigere Kosten bei Einrichtung, Unterhalt und Winterdienst für die Fahrradwege.

Dazu gehört natürlich die Aufwertung des Stellenwertes der Radfahrer überhaupt. Das ist weitgehend eine Kopfsache und erfordert noch mühsame Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit.
 
Gute Nachricht für die Lokstedter: Der ADFC in Eimsbüttel hat damit begonnen, die notwendigen Maßnahmen im Bezirk systematisch zu dokumentieren, und Lokstedt ist der erste Stadtteil dabei. Damit die Lokstedter dabei aktiv mitwirken können, wurde der ADFC eingeladen, den Maßnahmenkatalog zu gegebener Zeit im Bürgerhaus vorzustellen.

Jemand im Publikum meinte jüngst eine Stellenausschreibung gesehen zu haben, die darauf hindeutete, dass für Eimsbüttel eine Kraft gesucht wurde, die sich um den Fahrradverkehr im Bezirk kümmern solle. Wollen wir hoffen, dass dies bedeutet, dass es dazu bald eine Schwerpunktaktivität gibt. Die Rad fahrenden Bürger wollen auf jeden Fall früh gehört werden.
 
Der ADFC weist auch auf eine Podiumsdiskussion mit den verkehrspolitischen Sprechern der Hansestadt am Montag 10. November um 19 Uhr hin: www.hamburg.adfc.de

Außerdem besteht die Möglichkeit auf der ADFC-Webseite an einem Fahrradklimatest teilzunehmen. In der Umfrage kann man mittels Eingabe der Postleitzahl für seinen eigenen Stadtteil Fragen zur Qualität des Radverkehrs beantworten und auch besondere Angaben oder Hinweise geben: www.fahrradklima-test.de
 

Do. 23.10.2014

Bürgerhaus Lokstedt

Im Gespräch mit dem ADFC

Was ist zu tun, damit Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer anerkannt werden? Mitglieder der Bezirksgruppe Eimsbüttel des Allgemeinen
Deutschen Fahrradclubs berichten und stellen sich dem Gespräch.

Sottorfallee 9, 22529 Hamburg
Tel. 56 52 12

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© Lokstedt-online 27.10.2014, Helena Peltonen