• /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         

Freie evangelische Gemeinde

Ausgesprochen lebendig

Mitte Februar feierte die Freie evangelische Gemeinde (FeG) in Lokstedt einen Festgottesdienst. Pastor Uwe Klüter wurde in sein Amt eingeführt, zugleich feierte die Gemeinde das 20jährige Bestehen ihres Gemeindehauses in der Emil-Andresen-Straße.

Nach zwei Jahrzehnten ist die Gemeinde voll im Stadtteil Lokstedt angekommen. Es existieren kaum mehr Berührungsängste und wie selbstverständlich tagte jüngst die regionale Bildungskonferenz in den großzügigen Räumlichkeiten der Gemeinde, fand im letzten Jahr die Abschlussveranstaltung der Lokstedt-Rallye im Vorgarten der FeG statt.

Zu diesen guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu Mitbürgern aller Konfessionen und zu allen anderen Institutionen im Stadtteil trug sicher auch Pastor Andreas Kulicke mit seiner Familie bei. Offen und freundlich war Kulicke stets bereit mit seiner Gitarre für gute Stimmung zu sorgen. Und so bedauerten doch etliche Lokstedter, auf der Abschlussveranstaltung der Lokstedt-Rallye von ihm zu hören, dass bereits eine neue Gemeinde auf ihn wartete und er noch im September seinen Abschied nehmen werde.

Inzwischen hat sich Familie Klüter die Dienstwohnung renoviert und wie man der Facebook-Seite Uwe Klüters entnehmen kann, fand sich auch Platz für eine riesige Modelleisenbahn - wohl ein Hobby des Pastoren.

Die Einführung in das Amt und das zeitgleich begangene 20jährige Jubiläum des Gemeindeshauses Lokstedt gaben uns die Gelegenheit einmal einen Gottesdienst in der FeG mitzuerleben. Ökumene schön und gut, aber wer geht schon ungeladen zu einem Gottesdienst einer fremden Gemeinde – wo doch die meisten Lokstedter ohnehin höchstens zu Weihnachten in die Kirche finden.

Die FeG sagt von sich selbst, dass sie „eine zeitgemäße Form christlicher Gemeinschaft“ lebt. Und was sofort auffällt ist, dass es ausgesprochen lebendig und modern zugeht – und die Kirche ist samt Seitenschiffen voll besetzt. Alle Duzen sich, Liedertexte werden „overhead“ eingeblendet, die Internetseite regelmäßig aktualisiert und nun kommen nacheinander der Seniorenkreis, der Frauenkreis und der Kinderkreis nach vorne um dem neuen Pastor ihre Wünsche zu überbringen. Das wir alles sehr lebendig. Einige Frauen arbeiten offensichtlich sowohl im Frauen- als auch im Seniorenkreis mit. Die Kinder schenken ihrem neuen Pastor selbst genachte Herzen mit ihren Bildern darauf. Damit der „Neue“ sie möglichst schnell mit Namen ansprechen kann.

Auf den Außenstehenden, der zu Besuch ist, wirkt diese lebhafte Form des Gottesdienstes etwas befremdlich. Manche Gottesdienstteilnehmer nehmen die Veranstaltung offensichtlich extrem ernst, recken entzückt ihre Hände dem Geschehen am Altar entgegen, ja sie wirken fast wie in Trance in ihrer überschwänglichen Verehrung für Jesus. Es wird jedenfalls kräftig gesungen, live von einer Band begleitet. Und die Lieder scheinen auch nicht dem „üblichen“ Gesangbuch entnommen zu sein. Jesus spielt eigentlich bei fast allen Liedern die zentrale Rolle.

In sein Amt eingeführt und gesegnet wird heute dann schließlich Pastor Uwe Klüter (Jahrgang 1963). Eine Besonderheit bei der FeG ist es offensichtlich, dass auch die „Frau Pastor“ (Frauke, Jahrgang 1966) eigenständige Funktionen innerhalb der Gemeinde wahrnimmt.

Frauke ist gelernte Bankkauffrau, aktuell arbeitet sie Teilzeit im Elim Seniorencentrum Eppendorf. Uwe machte einst eine Ausbildung zum Krankenpfleger bevor er am Theologischen Seminar des Bundes FeG studierte. Seit 1994 ist Uwe Pastor der FeG, zuerst in Bad Endbach–Hartenrod / Schlierbach, ab 2000 in Neu Wulmstorf. Nun war nach 13 Jahren war mal wieder eine Veränderung an der Reihe und ein Vertreter der Feg Neu Wulmstorf beglückwünschte die Gemeinde dann auch zu diesem neuen Pastor. Er sprach offensichtlich aus Erfahrung. Die beiden umarmten sich zum Abschied sehr herzlich.

Uwe und Frauke lernten sich 1985 anlässlich einer Kurzbibelschule der Fackelträger in der Klostermühle (Obernhof / Lahn) kennen, mittlerweile haben sie zwei Kinder: Annkatrin und Fiete. Annkatrin wird man allerdings höchstens an den Wochenenden in Hamburg antreffen, sie studiert und lebt seit 2012 in Kassel.

Im Anschluss an diesen Festgottesdienst wurde noch ein leckeres warmes Buffet gereicht und es gab ausreichend Gelegenheit mit den Vertretern der verschiedenen Lokstedter Institutionen zu sprechen. Die waren an diesem Sonntag hier fast vollständig vertreten. Das macht Hoffnung, dass das gute Verhältnis weiter bestehen bleibt.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 27.02.2014