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StadtRAD

Wohlfeil klingende Versprechungen

Als im Frühjahr eine StadtRAD-Station an der Emil-Andresen-Straße / Ecke Lohkoppelweg eröffnet wurde, sah die zuständige Behörde noch keine Priorität für eine Station am Siemersplatz. Nun sollen noch in diesem Jahr weitere Stationen - unter anderem am Siemersplatz - folgen.

Der Ausbau des StadtRAD-Netzes geht weiter. Wie aus der Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Carsten Ovens (CDU) hervorgeht, planen die zuständige Behörde und der Betreiber DB Rent GmbH derzeit im Bezirk Eimsbüttel folgende neue Standorte:

  • Langenfelder Damm
  • S-Bahnhof Stellingen
  • Siemersplatz
  • U-Bahn Haltestelle Niendorf Nord
  • U-Bahn Haltestelle Niendorf Markt / Tibarg
  • Veilchenweg / Grandweg

Zusätzlich geplant: Stationen an der Osterstraße und am Mittelweg. Die Umsetzung in der Osterstraße erfolgt im Zuge des Umbaus der Osterstraße. Eine weitere Station am Mittelweg / Uni-Verwaltung befindet sich derzeit noch in der Abstimmung mit der Universität. Die StadtRAD-Station am Tibarg soll vor den Wohn- und Geschäftshäusern 24 / 26 errichtet werden. Dazu Carsten Ovens: "Dafür habe ich gemeinsam mit der CDU-Bezirksfraktion in den letzten Jahren immer wieder Anträge gestellt und zwischen StadtRAD und dem BID Tibarg den Kontakt vermittelt."

Wo die Station am Siemersplatz errichtet werden soll, darauf dürfen wir noch gespannt sein. Viel Platz gibt es dort seit dem Umbau für das Busbeschleunigungsprogramm nicht mehr.

Radwege

Außerdem ging der Senat bei der Antwort auf die Schriftliche Kleine Anfrage auch auf den Zustand der Radwege ein: Man sei nicht in der Lage, den Zustand der Radwege zu beurteilen. Dies sei, wie Ovens findet, erschreckend. "Die wohlfeil klingenden Versprechungen des Senats, Hamburg zur Fahrradmetropole umzubauen, wirken auf einmal höchst fragwürdig, fehlt es doch an substantiellen Grundlagenwissen über den aktuellen Zustand der Stadt."

Zumal diese Frage von besonderer Brisanz sei, da der Senat in seinem Koalitionsvertrag bekundete, nicht mehr benötigte Radwege zugunsten der Fußwege zurück zu bauen. In der Realität bedeute dies, so Ovens, vielerorts die Verlegung des Radverkehrs auf die Straße. "In Tempo-30 Zonen mag dies ja noch praktikabel sein. Auf Tempo-50 Strecken werden so Radfahrer gefährdet um, im Sinne grüner Ideologie, den motorisierten Verkehr auszubremsen. Das wirklich fatale an dieser ideologischen Verkehrspolitik ist, dass sie insbesondere die schwächsten Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringt: Schüler und Senioren, die künftig dazu gezwungen werden sollen, ihren Weg zwischen schnell fahrenden Kfz, Lkw und Bussen zu finden."

Fahrradunfälle

Und auch die Kenntnis des Senats über Fahrradunfälle und deren Gründe ist offensichtlich lückenhaft. Gesichert scheint nur, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Fahrrädern seit 2011 deutlich zugenommen hat. Kam es in Lokstedt, Niendorf und Schnelsen kam es 2011 noch zu 135 Unfällen, waren es in 2014 bereits 169.

Unfallhäufungsstellen in Lokstedt gibt es in ganz Lokstedt, sie liegen quer über den Stadtteil verteilt: Behrmannplatz, Emil-Andresen-Straße, Julius-Vosseler-Straße, Gazellenkamp, Oddernskamp, Vizelinstraße und Kollaustraße.

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© Lokstedt-online 11.10.2015