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Wahlkampfwerbung

Wesselmänner versperren die Sicht

Es ist Wahlkampf in Hamburg. Bis zum 15.02.2015 herrscht Chaos auf unseren Straßen. Groß- und Kleinflächenplakate soweit das Auge reicht. Und so manches Plakat gefährdet den Verkehr. Die Zuständigkeit für die Genehmigung der Standorte hat der Bezirk, aber auch die Parteien sind für ihren Schilderwald verantwortlich.

Ein Leser schreibt uns: "Am Samstag Morgen war ich unterwegs. Beim Zurückkommen fand ich ein riesiges Werbeschild direkt neben meiner Einfahrt vor. So ein großes Werbeschild hatte ich zuvor noch nie gesehen. Wenn ich auf mein Grundstück fahren will, habe ich keinen Blick mehr auf Fußgänger oder Fahrradfahrer, die aus Richtung Siemersplatz in die Stadt fahren. Auch wird die Bushaltestelle hier massiv verdeckt. Hier laufen auch Fußgänger zur Ampel, die durch den Busfahrer dann gar nicht mehr rechtzeitig erkannt werden können. Meinem Nachbarn wird die Sicht beim Auffahren auf den Lokstedter Steindamm komplett durch dieses Schild genommen."

Bei dem Plakat handelt es sich um einen sogenannten Wesselmann. Benannt werden diese Großflächenplakate nach einer nordrhein-westfälischen Werbeagentur, die sie verleiht, aufstellt und nach dem Wahlkampf wieder einlagert. 25.000 Wesselmänner im Format 2,90 mal 3,70 Meter, werden sechs Wochen vor der Wahlen vor allem an Ausfallstraßen und auf großen Plätzen aufgestellt. Mehr als 10 Quadratmeter Werbefläche, die den vorbeifahrenden Autofahrer sofort ins Auge fallen, aber leider auch nur zu oft die Sicht versperren.

Zuständig für das Aufstellen von Werbeträgern für die Wahl sind die Bezirksämter. Sie genehmigen diese Sondernutzung von öffentlichen Flächen durch die politischen Parteien. Für den Lokstedter Steindamm ist das Bezirksamt Eimsbüttel zuständig.

Die Anwohner am Lokstedter Steindamm informierten jedoch zunächst die Polizei. Diese überprüfte die Situation vor Ort und verwies auf die Zuständigkeit des Bezirksamtes. Dieses haben den Standort genehmigt. Die Beamten waren aber trotzdem noch so freundlich, einen Verkehrsexperten vorbei zu schicken, der die Sachlage beurteilten sollte.

"Bei dem Einsatz durch unsere Mitarbeiter konnten keine akuten Gefährdungsmomente festgestellt werden, welche ein sofortiges Handeln erforderlich gemacht hätten. Sollten weiterhin Bedenken gegen das Plakat bestehen ist das Bezirksamt in der Zuständigkeit", teilt Ralph Poluda, Leiter der Prävention Verkehr am zuständigen Polizeikommisariat 23, uns abschließend mit.

Die Anwohner vor Ort stimmen diesem Urteil nicht zu und sie haben sogleich weitere Beispiele parat. "Was mir auch noch aufgefallen ist: Ein weiteres Schild beim Mini-Markt am Lokstedter Steindamm steht direkt auf dem Gehweg, so dass die Abstützungen den Gehweg teils versperren und Fahrradfahrer im dunkeln diese gar nicht sehen können und so eventuell dagegen fahren."

Wie unsere obige Fotostrecke belegt, gibt es in Lokstedt Schilder in Hülle und Fülle. Man braucht daher nicht lange zu suchen, um Schilder zu finden, die:

  • Verkehrsteilnehmern die Sicht versperren
  • Fuß- und Radwege eingeengen
  • Fahrradständer blockieren

Am Siemersplatz finden wir besonders krasse Beispiele. Auch hier versperren zunächst Wesselmänner die Sicht und gefährden Verkehrsteilnehmer.

Aber auch die "normalen" Schilder werden am Siemersplatz zur Gefährdung. Da der öffentliche Raum durch dem Umbau für das Busbeschleunigungsprogramm maximal eingeschränkt wurde, wird jedes einzelne Schild zur Belästigung. Ältere Menschen mit Rollatoren und junge Mütter mit Kinderwagen müssen einen wahren Slalom absolvieren.

Außerdem schändet ein Plakat den Gedenkstein am Siemersplatz und engt die noch zarte, neu gepflanzte Doppeleiche, ein.

Da wundert man sich, dass die politischen Parteien, solche Standorte für ihre Plakate überhaupt in Anspruch nehmen. Denn Wahlwerbung über die ein Wähler stolpert oder an der er sich verletzt, dürfte kaum der Sache dienlich sein. Insofern sollten die Verantwortlichen in den Parteien einmal selbstkritisch durch den Stadtteil fahren und solche Werbung entfernen.

Ärgern auch Sie sich über ein Plakat vor Ihrer Haustür, von dem Gefahr für Verkehrsteilnehmer ausgeht? Zuständig für das Aufstellen von Werbeträgern für die Wahl ist, wie bereits erwähnt, das Bezirksamt. Ansprechpartner für Lokstedt ist das Bezirksamt Eimsbüttel, Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt, Service, Grindelberg 62 - 66, 20144 Hamburg, Tel.: 428 01 22 33.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 23.01.2015