Leserbrief

Mal Fakten auf den Tisch legen

Die Begründung der Polizei zum Verbot des Linksabiegens an besagter Stelle hat mich richtig zum Lachen gebracht. „Laut Polizei habe es mehrere von Linksabbiegern verursachte Verkehrsunfälle gegeben. Es handelt sich um eine Maßnahme zur Verkehrsunfallverhütung. Eine Rücknahme ist nur denkbar, wenn sich Faktoren ändern, die zu den Unfällen geführt haben.  Wenn beispielsweise die Verkehrsdichte abnehmen würde“, so Polizei-Sprecher Holger Vehren. „Letztlich wurde mit der geschlossenen Linie ein Zustand hergestellt, der bereits auf vielen großen und mehrspurigen Straßen Bestand ist."

Ich wohne unweit des Edeka-Marktes an vergleichbarer Stelle, dort wo das Linksabbiegen ebenfalls verboten ist. Mit sehr guter Sicht auf die Ecke Lokstedter Steindamm / Wiben-Peter-Straße.

Seit vielen Jahren beobachte ich, dass morgens Mütter vom Lokstedter Steindamm in die Wiben-Peter-Straße einbiegen um ihre KInder zur Schule zu bringen. Tagsüber fahren Baufahrzeuge (Gewerbegebiet Zufahrt Corveystraße) vom Siemersplatz aus kommend auf dem Lokstedter Steindamm in die Wiben-Peter-Straße usw.

Und jetzt kommt’s: Es fahren Streifenwagen der Polizei (ohne Einsatz) von der Wiben-Peter-Straße in den Lokstetder Steindamm in Richtung Innenstadt, sehr wahrscheinlich zu ihrer Wache in der Troplowitzstraße. Ich kann gar nicht mehr zählen wie viele Peterwagen ich in den letzten 15 Jahren beobachten konnte, die verbotswidrig die durchgezogene Linie überquerten.

Das Verbot des Linksabbiegens wird von so gut wie allen Fahrzeugen ignoriert und wenn ich mal ganz ehrlich bin, kann ich das auch sehr gut nachempfinden. In unserer Stadt muss man vielen Fällen zum Linksabbiegen kilometerweit fahren, um ans gewünschte Ziel zu gelangen. Das ist nicht nur eine Umweltverschmutzung ersten Ranges, sondern erhöht bei Hunderten von Fahrzeugen, die kilometerweite Umwege fahren müssen, nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung die Unfallgefahr ganz beträchtlich. Ist ja auch logisch, wer eins und eins zusammenzählen kann, weiß, dass bei großen Umwegen viele neue Verkehrssituationen entstehen.

Was ist das für eine irre Straßenplanung? Diese fadenscheinigen und dummen Argumente, es sollen Unfälle verhütet werden, kann ich nicht mehr hören. Dann soll die Polizei mal Fakten auf den Tisch legen und Zahlen veröffentlichen. Hier wurden übrigens mehrfach die Mini-Verkehrsinseln angesprochen. An einer Unfallverhütung kann es nun wirklich nicht liegen, sonst wäre dieser verkehrsführende Nonsens längst Geschichte.

Dora Freuers

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© Lokstedt-online 13.12.2014