Leserbrief

Kennen wir ja zur Genüge

Im Niendorfer Wochenblatt vom 10.12.2014 wird der Polizei-Sprecher Holger Wehren zu den Gründen des Linksabbiegeverbots zitiert. Demnach habe es mehrere von Linksabbiegern verursachte Verkehrsunfälle gegeben und eine Rücknahme sei nur denkbar, "wenn sich Faktoren ändern, die zu den Unfällen geführt haben."  

Leider wurden von dem Polizei-Sprecher keine konkreten Zahlen genannt und auch keine Angaben gemacht, ob ein Fehlverhalten der nachfolgenden Autofahrer, z.B. wegen Unachtsamkeit und zu geringen Sicherheitsabstand oder der Linksabbieger, z.B. wegen Missachtung der Vorfahrt des Gegenverkehrs ursächlich für die Unfallzahlen waren. So hat die Stellungnahme des Polizei-Sprechers für mich nur eine Alibi-Funktion, um eigenes Handeln zu rechtfertigen.

Letztendlich kann man mit solchen Begründungen auch ein gänzliches Verbot von Autofahrten fordern, weil die Unfallzahlen zu hoch seien und und die Unfallopfer und Verkehrstoten nicht mehr tolerierbar seien.

Als geradezu ungeheuerlich zur Durchsetzung des Linksabbiegeverbots empfinde ich allerdings die Tatsache, dass die beteiligten Behördenvertreter und Politiker trotz der für die betroffenen Gewerbetreibenden gravierenden Folgen es nicht für nötig befunden haben, diese über die geplanten Maßnahmen im Vorwege zu informieren und an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Aber solches Verhalten kennen wir ja zur Genüge spätestens seit dem Programm zur Busbeschleunigung.

Hans-Jürgen Köster

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© Lokstedt-online 11.12.2014