Leserbrief

Von den gleichen Strategen ausgeheckt

Ich wundere mich seit dem Projekt Busbeschleunigung in Hamburg schon länger nicht mehr. Das Verbot des Linksabbiegens in der Osterfeldstraße wurde meines Erachtens von den gleichen Strategen ausgeheckt, die Hamburg mit Miniverkehrsinseln zupflastern und somit Unfallschwerpunkte erst generieren.

Ich kenne den Edeka-Markt in der Osterfeldstraße sehr gut, wohne auf gleicher Höhe und habe in den letzten 20 Jahren nicht einen größeren Unfall dort beim Linksabbiegen beobachten können, bzw. davon gehört. Selbst die Stauwirkung ist gering, wenn Edeka-Markt-Besucher auf den Parkplatz einscheren wollen, ein dahinter liegender Stau löst sich sehr rasch auf.

Statt hier überflüssige Verbote und Gängelung von Tausenden Bürgern zu provozieren, die nach einem anstrengenden  Arbeitstag entspannt einkaufen möchten und keine kilometerlangen Umwege fahren möchten - in vielen Wohngegenden Eppendorfs suchen die Menschen bereits zum Feierabend bis zu 30 Minuten einen freien Parkplatz - sollten besser anderweitige Baustellen in der Verkehrsführung angegangen werden.

Ein typisches Beispiel: Wer vom Garstedter Weg auf der Linksabbiegerspur in die Straße An der Lohe biegen möchten, kann bei Grün schnell mal Radfahrer und Fußgänger übersehen, die die Straße queren möchten. Dafür gibt es in der Regel gelbe Warnblinkampeln, die den Autofahrer auf querende Personen trotz Grünphase aufmerksam machen. Diese gelbe Warnblinkampel ist nunmehr seit Jahren (!) ausgefallen. Den Beamten der gegenüberliegen Polizeiwache im Garstedter Weg ist dieses Manko sicherlich auch in den ganzen Jahren noch nicht aufgefallen, biegen sie doch allerhöchstens 20 mal die Woche mit ihren Streifenwagen in die Straße An der Lohe vom Garsteder Weg aus ein. Selbst Anrufe bei der Verkehrsbehörde, sogar auf der Polizeiwache, wurden mit Ignoranz gestraft.

Dieses Beispiel ist eines von gefühlt Hunderten in Hamburg, die typisch sind, und durch Ignoranz zu schweren Unfällen führen können. Ich denke, dass es für den einen oder anderen Verkehrsführer in der Hamburger Behörde wichtiger scheint, sich durch z.B. Miniverkehrsinseln, quasi ein Denkmal zu schaffen. Was sinnvoll ist hat früher einmal der gesunde Menschenverstand entschieden, heute setzt man halt anderweitige Prioritäten.

Daniel Peterle

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© Lokstedt-online 24.11.2014