Leserbrief

Verkehr verkehrt!

Der alte Leitspruch des Radfahrbüros der Stadt Frankfurt am Main lautete sinngemäß: Wir brauchen keine weiteren Gutachten und keine weiteren Untersuchungen mehr, um zu wissen, was zur Förderung des Radverkehrs wichtig und entscheidend ist! Wir müssen es nur tun!

Diesem Credo folgend hat die Stadt Frankfurt a.M. vor Jahren das Radfahrbüro im Straßenverkehrsamt eingerichtet und mit Fachplanern besetzt. Das Radfahrbüro Frankfurt ist seitdem in alle städtischen Bauvorhaben eingebunden, die den Radverkehr in irgendeiner Weise berühren könnten. Ein derartiges "Missmanagement des öffentlichen Raumes", wie es von der Fahrradtour durch Lokstedt berichtet worden ist, gibt es aus Sicht der RadfahrerInnen seitdem in Frankfurt nicht mehr.

Mit anderen Worten: Es ist weitgehend unerheblich, welcher Partei die Verwaltungsausschuss-Angehörigen der Bezirksverwaltung-Eimsbüttel nach der Wahl zur Bezirksversammlung angehören werden. Eine berechtigte Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation für die RadfahrerInnen kann es in Hamburg und in seinen Bezirken erst dann geben, wenn Hamburg dem erprobten Beispiel Frankfurts gefolgt sein wird und Radfahrbüros in den Bezirken eingerichtet haben wird!

Bereits heute werden nach Aussagen des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) in Hamburg vorhandene Finanzmittel zur Förderung des Radverkehrs nicht vollständig ausgeschöpft. Und zwar deswegen nicht, weil kein Fachpersonal dafür zur Verfügung steht!  Es nützt nichts, wenn die Bezirksverwaltung seit Jahren in vielen bunten Broschüren (u.a. im Bezirksentwicklungsplan)  die Förderung des Radverkehrs abdruckt, aber bei weitem nicht im Sinne dieser verbreiteten Selbstdarstellung agiert. Ergebnis: Verkehr verkehrt!

Jens Reuter

www.radfahren-ffm.de

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© Lokstedt-online 13.05.2014