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Fahrradwege

Der absolute Wahnsinn

Auf das Wetter haben die Grünen offensichtlich keinen Einfluss. So fand deren Fahrradtour durch Lokstedt bei regnerischem Wetter statt und es nahmen mehr verkehrspolitische Sprecher als Bürger teil. Fabian Klabunde führte die Teilnehmer zu den Brennpunkten im Stadtteil.

Mit dem Radfahren kennen sich die Grünen aus. Und so hatte die Eimsbüttler Bezirksfraktion ein großes Aufgebot an kompetenten Politkern zu bieten. Außer Klabunde - der verkehrspolitische Sprecher der Grünen Bezirksfraktion kam glücklicherweise ohne sein Liegerad - war Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, der Bezirksabgeordnete Dietmar Kuhlmann und die Wahlkreis-Kandidatin für Lokstedt Lisa Kern („wir sind ja nicht aus Zucker“) mit dabei.

Leider haben die radfahrenden Grünen derzeit im Bezirk einen ähnlich geringen Einfluss auf die Verkehrspolitik wie aufs Wetter. Daher gab es viele „Verkehrsbrennpunkte rund um den Siemersplatz“, die sie auf der Fahrradtour durch Lokstedt präsentieren konnten.

Niendorfer Straße

Vom Behrmannplatz machte man sich auf den Weg Richtung Niendorfer Straße. Dort konnte man sich auch gleich mit den Prinzipien der Planung von Fahrradwegen im Bezirk Eimsbüttel vertraut machen. Sowie es auch nur zu den geringsten Engpässen kommt, wie etwa unter der Brücke der Güterumgehungsbahn, werden die Radwege verschmälert oder sie entfallen gleich ganz. Aber auch wenn Straßen neu angelegt oder saniert werden, werden die Fahrradwege nicht zwangsläufig ausreichend breit angelegt.

Aber nicht nur der Fahrradweg ist unter der Brücke unterbrochen, auch
der Kollauwanderweg hat an der Niendorfer Straße keinen Übergang. Die Kollau führt wegen der starken Regenfälle der letzten 24 Stunden erhebliches Hochwasser, wir fahren auf dem Kollauwanderweg Richtung Kollaustraße weiter.

Alte Kollaustraße

Im Bereich der Alten Kollaustraße hat sich ja einiges getan. Der grotesk gigantische Neubau des Bauhaus-Konzerns hat auch zu einigen einschneidenden Veränderungen geführt.

Wir halten zunächst etwa auf Höhe von Mr. Wash. Gegenüber sieht man die neue Ausfahrt der Alten Kollaustraße, die nun wieder in die Kollaustraße mündet. Die Verkehrspolizei hat ausdrücklich davor gewarnt, die ehemalige Sackgasse zu öffnen. Diese Warnungen wurden in den Wind geschlagen, Radwege wurden nicht angelegt.

Nedderfeld

Wir fahren ein Stück weiter und überqueren Höhe Nedderfeld die Kollaustraße. Fußgänger wie Radfahrer brauchen an dieser Stelle drei Ampelperioden um die Straße zu überqueren. 50 Meter weiter tut sich der absolute Wahnsinn auf. Nachdem noch im Kreuzungbereich Kollaustraße / Nedderfeld, den wir gerade hinter uns gebracht haben, ganze acht Fahrbahnen für den Pkw- und Busverkehr zur Verfügung stehen, wurden Radwege schlicht nicht mit eingeplant. Ab der Kreuzung Nedderfeld / Alte Kollaustraße müssen wir auf dem Bürgersteig weiter fahren.

Nach Auskunft der Polizei ist hier weder das Fahren auf der Fahrbahn noch das auf dem Bürgersteig sicher. Folglich müsste also der Nedderfeld komplett für den Fahrradverkehr gesperrt werden.

Wie kommt es zu solch einer Planung? Da für das Bauhaus ein komplett neuer Bebauungsplan erstellt wurde, muss der Bauhaus-Konzern auch für die Planung der betroffenen Straßen aufkommen. So weit so gut.

Dies gibt dem Konzern aber auch das Recht, eine Agentur seiner Wahl mit den Planungen zu betrauen. Der Bauhaus-Konzern entschied sich für eine wenige fortschrittliche Agentur, die Fahrradwege nicht einplant hat.

Wer weiß, vielleicht kommen die Bauhaus-Kunden überwiegend mit dem Auto. Auf dem Fahrrad lässt sich schweres Gerät ja auch kaum transportieren. Wofür braucht das Bauhaus also Fahrradwege. Klabunde schlug vor, dass die Radfahrer hier mal einen Sitzstreik veranstalten sollten. Dem würden sich die von dem Koloss bedrängte Nachbarschaft sicher sofort anschließen.

Jägerlauf / Lembekstraße

Unser kleine Gruppe fährt nun, teils auf der gefährlichen Straße, teils auf dem Bürgersteig, auf dem auch prompt Fußgänger entgegen kommen, weiter in Richtung Jägerlauf. Dort gibt es in den letzten Monaten massive Proteste, wird die Straße doch, ähnlich wie die Lembekstraße, derzeit wegen der Umbaumaßnahmen als Durchgangssstraße genutzt. Außerdem fahren Ortskundige vermehrt durch diese Seitenstraßen um die vielen neuen Ampeln und die neu ausgebauten Kreuzungen zu umfahren.

Entlastung

Im Jägerlauf entwickelt sich ein Gespräch mit den Politikern, wie man den Problemen insgesamt gerecht werden könnte. Die mögliche U-Bahn, die nach den neuesten Senatsplänen irgendwann einmal am Siemersplatz verkehren könnte, wird ja schließlich noch bis mindesten 2035 auf sich warten lassen, so der Abgeordnete Kuhlmann.

Klabunde möchte die Nebenstraßen weiterhin vom Verkehr verschont lassen und die Anwohner der großen Straßen, die den stetig steigenden Verkehr aufnehmen müssen, mit Flüsterasphalt, Lärmschutzfenstern und streng überwachtem nächtlichem Tempo-30 beglücken. Insgesamt ist man sich aber einig, dass insbesondere auch eine entsprechende Entwicklung der Fahrradwege den Verkehr nachhaltig entlasten würde.

Siemersplatz

Weiter ging die Fahrradtour dann zum Siemersplatz, wo das Elend der Radfahrer überdeutlich spürbar wurde. Die winzige Fußgänger- / Radfahrerinsel vor der Nur Hier-Bäckerei kann nur wenige Verkehrsteilnehmer aufnehmen. Der Platz für Radfahrer, die ausgehend vor der Bäckerei Richtung Innenstadt fahren wollen ist auch winzig klein, spätestens der zweite Radfahrer bleibt mit seinem Hinterrad auf der Fahrbahn, auf der Autos nach Rechts Richtung Hagenbeck abbiegen.

Noch abenteuerlicher ist es für Radfahrer, die aus Osterfeldstraße nach links Richtung Innenstadt abbiegen wollen. Der Radfahrer soll zwar den Fahrbahnmarkierungen folgen, aber eine Fahrradampel bekommt er lange Zeit gar nicht zu sehen. Dass eine existiert, findet er nur heraus, wenn er ganz bestimmte 5 Sekunden, während die Ampel grün zeigt, auf den richtigen Spot schaut. Wer nicht ständig genau so die Kreuzung passiert, kann das kaum herausfinden.
 
Als eine Verbesserung für die Radfahrer kann man den Radweg am Lokstedter Steindamm Richtung Innenstadt zumindest bis zur Troplowitzstraße ansehen. Der Brunsberg war unsere letzte Station.

Wir Radfahrer hoffen, dass die Grünen nach der Wahl an Einfluss gewinnen, damit die Radwege sich endlich entscheidend verbessern.

Do. 08.05.2014

Fraktion Eimsbüttel

Fahrradtour durch Lokstedt: „Verkehrsbrennpunkte rund um den Siemersplatz“

Treffpunkt: Behrmannplatz / Ecke Spritzenweg. Mit Till Steffen (MdHB), Fabian Klabunde (Kandidat der Bezirksliste) und Lisa Kern (WK-Kandidatin)

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© Lokstedt-online 12.05.2014