Tarpenbek Greens

Verkaufsabfluss über den Nedderfeld

Mehr als 300 Groß Borsteler waren Ende März zu einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses Hamburg-Nord gekommen. Doch die Hoffnungen der Bürger wurden enttäuscht. 626 Einwendungen gegen den B-Plan Groß Borstel 25 blieben ohne Auswirkung.

Dem Entwurf wurde zugestimmt und Thomas Domres (SPD) zog sich den Zorn der Gäste zu, als er behauptete, dass den 626 Einwendungen ja eine schweigende Mehrheit aus Groß Borstel gegenüberstehe. Als „zynisch“ und „unfassbares Demokratieverständnis“ wurde diese Auffassung von den anwesenden Bürgern kommentiert.

Michael Werner-Boelz, Vorsitzender der Grünen Fraktion, kommentiert: „Wir Grüne bedauern, dass die Bedenken der Bevölkerung nicht angemessen berücksichtigt wurden. Wir halten dieses rücksichtslose Verfahren für falsch.“

Die SPD hat ja längst entschieden“, sagte Michael Bogatzki, der Vorsitzende des Vereins Tarpenbek Greens, der sich für den Erhalt der von dem Projekt betroffenen Kleingärten einsetzt.

Die Vertreter des Bezirksamtes Hamburg-Nord hingegen zeigten sich enttäuscht von den nach ihrer Auffassung zu emotionalen und unsachlichen Äußerungen der Gäste. Eine Mitarbeiterin des Bezirksamtes berichtete von großer Nachfrage nach den geplanten Wohnungen.

Am 10.04.2014 erfolgte dann noch die Abstimmung in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. Die war dann aber eigentlich nur noch Formsache. Mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP wurde der heftig umstrittenen Bebauungsplan beschlossen.
Der irische Investor, die McGarrell Reilly Group kann also sein Bauvorhaben durchziehen, die Kleingärten der Bahn-Landwirtschaft müssen weichen.

Doch auch der Bezirk Eimsbüttel beschäftigt sich mittlerweile mit dem Projekt. Nachdem bekannt geworden war, dass der Verkaufsabfluss der Wohnsiedlung nicht über Groß Borstel sondern über den Nedderfeld und die Alte Kollaustraße abgewickelt werden soll, hat der Regionalausschuss Lokstedt die Verkehrsplaner des Bezirks Nord für die nächste Ausschusssitzung eingeladen, um sich das merkwürdige Verkehrskonzept zu Lasten Lokstedts näher erläutern zu lassen.

www.hamburger-wochenblatt.de

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© Lokstedt-online 15.04.2014