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StadtRAD Troplowitzstraße

Dem Fahrrad verbunden

Am Montag wurde in der Troplowitzstraße eine weitere StadtRAD-Station eingeweiht. Möglich wurde sie durch die Initiative der Unternehmen Beiersdorf und NXP, die sich an den Kosten beteiligen um ihren Mitarbeitern den Umstieg auf nachhaltige Mobilität zu erleichtern.

Als Oscar Troplowitz das Unternehmen Beiersdorf übernahm, war sein Ziel ein selbstklebendes Pflaster für den Wundschutz und das Fixieren von Verbänden zu entwickeln. 1896 entstand ein Kautschuk-Klebestreifen, der sich aufgrund seiner starken Haftkraft allerdings nicht für die menschliche Haut eignete. Troplowitz machte aus der Not eine Tugend und vermarktete das Produkt unter der Bezeichnung „Cito-Sportheftpflaster“ zum Flicken von Fahrradreifen. Später entstand daraus die heutige Weltmarke tesa.

Der niederländische Konzern NXP hat ebenfalls Verbindungen zum Fahrrad. Er produziert Halbleiter, die auch in Fahrrädern, insbesondere in eBikes, Verwendung finden. Auch moderne Verkehrssysteme wie das StadtRAD sind auf solche Halbleiter angewiesen. Und außerdem ist ja allgemein bekannt, dass Niederländer sehr gern in die Pedale treten.

Mit Unterstützung dieser eng mit dem Fahrrad verbundenen - um nicht zu sagen verklebten - Unternehmen wurde am 31. März die neue StadtRAD-Station „Troplowitzstraße - Beiersdorf / NXP“ eingeweiht.

Die neue Station

Die Station mit 26 Zweirädern befindet sich bereits seit einigen Wochen vor der Beiersdorf-Parkpalette in der Troplowitzstraße 20. Nach der Station an der U-Bahn Hagenbeck ist sie die zweite Station in Lokstedt, die 17. im Bezirk Eimsbüttel.

Gleich um die Ecke an der Stresemannallee hat die Station eine Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Außerdem führt die Veloroute 3, sie verbindet Niendorf mit dem Univiertel, direkt an der Station vorbei.

Öffentlich-private Partnerschaft

Die Weiterentwicklung des StadtRAD-Netzes war zuletzt ins Stocken geraten, gerade weil das Hamburger Fahrradleihsystem so überaus erfolgreich ist. Für ausschließlich von der Stadt finanzierte Stationen fehlt mittlerweile das Geld.
Daher sind sogenannte Public Private Partnerships (öffentlich-private Partnerschaften) derzeit die einzige Möglichkeit neue StadtRAD-Stationen zu eröffnen. Dabei erklärt sich ein Sponsor dazu bereit für die Hälfte der Kosten aufzukommen.

Beiersdorf und NXP Semiconductors haben den neuen Standort gemeinsam initiiert und beteiligen sich finanziell an den Kosten der Station. Die beiden Unternehmen möchten die Firmenstandorte an das StadtRAD-Netz anbinden und ihren Mitarbeitern Möglichkeiten für nachhaltige Mobilität anbieten. Aber auch die Anwohner der nahegelegenen Wohngebiete werden von der Ausweitung des StadtRAD-Netzes in Richtung Lokstedt profitieren.

Feierliche Eröffnung

Wenn sich für die Finanzierung einer StadtRAD-Station solch bedeutende Unternehmen bereit erklären, dann ist natürlich garantiert, dass es eine feierliche Eröffnung unter Beteiligung von Politikern sämtlicher Parteien geben wird. Im vorliegenden Fall war am 31.3.2014 um 9.00 Uhr der Parkstreifen an der Troplowitzstraße gesperrt, die Fahrradstation komplett mit Rädern aufgefüllt.

Auf dem Bürgersteig standen Getränke und verschieden gefüllte Croissants zur Stärkung bereit. Außerdem lagen zum Mitnehmen Kugelschreiber, Sattelschützer sowie eine nett gemachte kleine Broschüre zum Thema StadtRAD aus. Auf der Faltbroschüre im Pocketformat ein Plan mit allen StadtRAD-Stationen in Hamburg.

Die Gäste standen allerdings leider teilweise auf dem Radweg und der war an diesem morgen - wie eigentlich jeden Tag - gut befahren war.

Die einleitende Worte sprach Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, seine Behörde gibt die Faltbroschüre heraus. Die Rede des Staatsrats war an der lauten Straße allerdings schwer zu verstehen, zumal es wegen der ständig passierenden Fahrradfahrer immer wieder Unruhe aufkam.

Dann wurde die Station von den NXP-Geschäftsführern Kurt Sievers und Achim Kempe sowie Beiersdorf Vorstand Ulrich Schmidt enthüllt und es ging los zur Jungfernfahrt.

Schmidt und Sievers - offensichtlich bislang noch nicht täglich mit dem StadtRAD unterwegs - brauchten Hilfe beim Einchecken und hatten sich die gemeinsam gesponserten Hosenschutz-Bänder - natürlich ein Hightech-Produkt mit besonders guter Lichtreflexion - gleich um beide Hosenenden gebunden.

Sievers bekam dann auch noch bei der Warnweste Anziehhilfe seiner Personalchefin Alexandra Fotteler, die für einen solchen Anlass mit ziemlich hohen Absätzen unterwegs war. Leider war Fottelers Pendant bei Beiersdorf Zhengrong Liu nicht auf diesem Event anwesend. Der aus der Fahrradstadt Shanghai stammende Shooting-Star der deutschen Wirtschaft wäre mit Sicherheit eine Verstärkung für das Radteam der Manager gewesen. Schließlich werden in China 75 Prozent aller weltweit hergestellten Fahrräder produziert.

So war es Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke vorbehalten Sachkunde zu beweisen. Allseits als Radfahrer bekannt, trug er vorbildlich seinen Hosenschutz nur am rechten Bein und setzte seinen mitgebrachten Helm auf.

Dann konnte es losgehen. Sevecke legte noch schnell seinen Helm wieder beiseite und prüfte vorsichtshalber die Bremsen. Es war ihm offensichtlich peinlich und auch ungewohnt, als einziger einmal wirklich sachkundig zu sein. Das ungleiche Radfahrer-Sextett Fotteler, Kempe, Rieckhof, Sevecke, Sievers und Schmidt machte sich auf den Weg. Schmidt als echte Führungspersönlichkeit ohne Sicherheitsweste an der Spitze des Teams. Der aufmunternde Applaus der Gäste bei der Abfahrt war allerdings bitter nötig, hatte es doch alleine etwa 10 Minuten gedauert bis sich der Tross in Bewegung setzte.

Während die vom Firmen- zum Fahrradlenker degradierten Ausflügler auf Jungfernfahrt die etwa 100 Meter bis zum Parkplatz zurück legten, stärkten sich die anwesenden Politiker am Buffet. Wir trafen dort den Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse, den Pressesprecher der CDU-Bezirksfraktion Carsten Ovens, die CDU- Kreisgeschäftsführerin Silke Seif, den Verkehrspolitischen Sprecher der Grünen-Bezirksfraktion Fabian Klabunde und den FDP-Bezirksabgeordnete Klaus Krüger.

Vertreter der Marketing-Abteilungen und die Pressesprecherinnen der beiden Unternehmen hielten für ihre kräftig in die Pedale tretenden Chefs derweil die besten Plätze an den aufgestellten Stehtischen warm.

Die kamen dann auch wohlbehalten von ihrem kurzen Ausritt zurück. Schließlich hatte das Sextett ja unseren Bezirksamtsleiter dabei. Sevecke übernahm die Verantwortung und sicherte den Konvoi nach hinten ab. Seine Warnweste behielt er sicherheitshalber dann auch am Buffet noch an.

Einen Platten hatte keines der fünf Fahrräder vorzuweisen. Auf den Einsatz des Cito-Sportheftpflasters konnte mithin verzichtet werden und auch die Streckenführung war so simpel, das für die Navigation kein Halbleiter benutzt werden musste.

www.beiersdorf.de
www.nxp.com
www.stadtradhamburg.de

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© Lokstedt-online 08.04.2014