Argus

Straßenzustand

Mit Argus-Augen unterwegs

Seit Jahren berichten die Medien über das „Schlagloch-Chaos auf unseren Straßen". Fast 20 Prozent der Straßen Hamburgs sind kaputt. Nun startet der Bezirk Eimsbüttel die Bestandsaufnahme. Ein Messfahrzeug scannt die Straßen auf Schlaglöcher.

Der milde Winter hat zwar Hamburgs Straßen dieses Jahr weitgehend von neuen Frostschäden verschont, der Zustand der Fahrbahnen bleibt dennoch gleichbleibend schlecht. Dabei lägen die Versäumnisse in der Vergangenheit, so der zuständige Senator Frank Horch gegenüber der Bild-Zeitung: „Wir baden jetzt jahrzehntelangen Stillstand aus.“

Aber auch der stetig wachsende Verkehr dürfte dazu geführt haben, dass die zuständige Verkehrsbehörde mit den Reparaturen kaum noch hinterher kommt. Damit soll nun Schluss sein. Die Verkehrsbehörde startet in diesem Jahr das größte Reparaturprogramm in der Geschichte der Stadt. 72 Millionen Euro sollen für die Straßensanierung ausgegeben werden.

Doch wo soll das Geld am sinnvollsten eingesetzt werden? Um das herauszufinden hat der Bezirk Eimsbüttel die TÜV Rheinland Schniering GmbH mit der messtechnischen Zustandserfassung des bezirklichen Straßennetzes beauftragt. Dies geschieht durch Befahren mit einem Messfahrzeug, welches speziell für solche Messungen entwickelt wurde.

Das Fahrzeug wurde nach dem Riesen Argus (Automatic Roadcondition Graduating Unit System) aus der griechischen Mythologie benannt, der ja bekanntlich hundert Augen hatte. Auf ganz so viele bringt es der Schlagloch-Scanner nicht. Doch sein Messbalken verfügt immerhin über sechs Kameras und 34 Laserdistanz-Sensoren, mit denen die Straßenoberfläche abtastet wird.

Das schöne Wetter in der ersten März-Hälfte kam dabei den Messungen zugute, denn für die Messung muss die Fahrbahn trocken sein. In weniger als 10 Tagen wurden 275 Kilometer Straßenbelag eingescannt - Risse werden dabei bereits ab einem Millimeter Breite dokumentiert. Dabei konnte sich der Bezirk Eimsbüttel auf die Erfassung der Nebenstraßen beschränken, denn das gesamte Hamburger Netz von Hauptverkehrs- und der Vorfahrtstraßen wird noch in diesem Jahr durch die zuständige Verkehrsbehörde erfasst.

Entstehen soll auf diese Weise eine einzigartige Foto- und Videodokumentation der Straßenoberfläche. Die Behörde möchte zukünftig auf einen Blick erkennen, wo sich Flickstellen und Schlaglöcher befinden und wie groß sie sind. Auf diese Weise lassen sich Schäden in der Fahrbahnoberfläche lückenlos dokumentieren und bewerten. Je nach Ausprägung ergibt sich eine Schulnote bezogen auf den jeweiligen Zehn-Meter-Straßenabschnitt von eins bis fünf. Der Bezirk plant, die Befahrung in einem Zwei- bis Dreijahresrhythmus zu wiederholen und die Ergebnisse auf Zustandskarten abzubilden.

Der erste Einsatz in diesem Jahr kostete den Bezirk Eimsbüttel etwa 40.000 Euro. Gut angelegtes Geld, denn man erhofft sich auf diese Weise die vorhandenen Haushaltsmittel gezielter und effizienter einzusetzen.

www.schniering.com
www.hamburg.de

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 17.03.2014