Busbeschleunigung

Einfädeln ist nicht nötig

Eine besorgte Lokstedterin hat der Abgeordneten Monika Schaal einige Detailfragen zu den geplanten Arbeiten bezüglich des Busbeschleunigungsprogramms gestellt. Die SPD-Politikerin zeigt erschreckend wenig Sachverstand, weicht den Fragen aus und bleibt nicht bei der Wahrheit.

Frage: Die Gehwege verkleinern sich. Der Platz vor den Eckgebäude Kollaustraße / Vogt-Wells-Straße verkleinert sich extrem.

Frau Schaal antwortet: „In Teilbereichen werden die Gehwege verschmälert, behalten aber die Mindestmaße nach Planungsrichtlinie. An der Ecke Kollaustraße / Vogt-Wells-Straße muss auf einer Länge von ca. 10 Meter auf 1,80 Meter Breite reduziert werden. Im gesamten Bereich entlang der Ecke Kollaustraße / Vogt-Wells-Str. befindet sich ein öffentlich genutzter Privatgrund neben dem Gehweg. Der zur Verfügung stehende Gehweg ist somit deutlich Breiter als die in der Planung ausgewiesenen Breiten.“

Hier verdreht Frau Schaal die Wahrheit ganz erheblich. Die von ihr genannte Breite von 1,80 Meter versteht sich inklusive öffentlich genutztem Privatgrund. Die von ihr verschwiegene Wahrheit ist. Der öffentliche Fußgängerweg wird hier auf 0,70 Meter eingeschränkt. Den Hinweis auf die Planungsrichtlinie hätte sich die Abgeordnete zudem sparen können. Der Bürger / Fußgänger interessiert sich dafür, wie breit der Gehweg ist, nicht für die Richtlinie.

anlage_1_siemersplatz.pdf

Frage: Der Radweg vom Vogt-Wells-Kamp bis Siemersplatz fällt weg bzw. wird auf die Fahrbahn abgeleitet. Wie fädeln sich Lokstedter Radler mit Einkaufskörben und Kinderanhänger in den Individualverkehr in die Straße ein? Oder lassen die LKW und Autos die Radfahrer vor?

Frau Schaal antwortet: „Der Radfahrer fährt im Schutz der Nebenfläche gerade auf die Fahrbahn. Ein Einfädeln ist nicht nötig.“

Eine glatte Lüge. Ein Blick auf den beigefügten Detailplan zeigt, dass sich Abbiegespur und Radweg kreuzen.

anlage_2_siemersplatz.pdf

Frage: Gibt es zusätzlich Lärmbelästigung und Luftverunreinigung durch zusätzliche Ampeln?

Frau Schaal antwortet: „Eine Lärmtechnische Untersuchung wurde durchgeführt und liegt dem Bezirksamt vor. Auf der Grundlage dieser Untersuchung können die betroffenen Anlieger passive Lärmschutzmaßnahmen (z.B. Fenster, etc.) beim Bezirksamt beantragen.“

Die Frage beantwortet die Abgeordnete erst gar nicht. Sie weicht dahin gehend aus, dass die Anwohner passive Lärmschutzmaßnahmen beantragen können. Vermutlich meint Schaal damit: Ja, der Lärm wird zunehmen. Über die Luftverunreinigung sagt Schaal nichts. Interessiert hätte die Ergebnisse der Lärmtechnischen Untersuchung. Die nennt sie nicht.

Die Antworten offenbaren in erschreckender Weise, dass die Abgeordneten die über unsere Köpfe hinweg entscheiden, wenig Sachverstand besitzen und die Verhältnisse vor Ort nicht kennen. Monika Schaal gesteht dies wenigsten ein. In ihrer Einleitung schreibt sie. "Weil Ihre Fragen sehr fachlich sind, konnte ich sie nur mit der fachkundigen Unterstützung aus dem Landesbetrieb 'Straßen, Brücken und Gewässer' beantworten."

www.abgeordnetenwatch.de

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© Lokstedt-online.de 25.02.2013