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CD-Release-Party

Von der Oper zum Op’Ra Dub Style

Es wurde ihm nicht in die Wiege gelegt, einst in den Medien als Lokstedter Tenor bezeichnet zu werden. Als spät Berufener eroberte Uly E. Neuens vor 20 Jahren die großen Opernhäuser dieser Welt. Nach Stationen in Paris, Madrid und Shanghai führte ihn die Liebe nach Lokstedt. Hier schuf er den neuen Musikstil Op’Ra Dub.

Wenn man den aus Paris stammenden Uly E. Neuens in Lokstedt trifft, sei es auf einem Schulfest oder einem Flohmarkt, sollte man ihn fragen, ob er für das Buffet etwas zubereitet hat. Danach sollte man sehr schnell davon kosten, denn seine französischen Blätterteig-Tartes sind köstlich. Danach muss man darauf gefasst sein, dass er irgendwann zu singen anfangen könnte. Es muss einem nicht peinlich sein, wenn Neuens seine Stimme erhebt, den er ist nicht nur ein guter Koch sondern auch ein ausgebildeter Tenor von Rang.

Man kann allerdings sagen, dass Uly E. Neuens ein sehr unkonventioneller Opernsänger ist. Noch heute verdient er sich gelegentlich mit Nebenjobs etwas dazu, wenn es sein muss, obwohl der doch als international bekannter Tenor bequem sein Geld verdienen könnte.

Bei einem dieser vielen Jobs, vermutlich bevor er seine klassische Gesangsausbildung absolvierte, wird er wohl auch das Kochen gelernt haben. Und man lernt so manches auf dem Weg vom Tellerwäscher zum Opernstar. Neuens ist dabei ein weltoffener, sehr zugewandter Mensch geworden, der gerne lacht. Einer, der seinen Leben der Musik gewidmet hat, aber nicht nur, und einer der seine Stimme und sein Talent nicht aus-schließlich an die Opernbühnen vergeuden möchte.

Eine seiner vielen Lieben heißt Hamburg

So führt Neuens gelegentlich französische Touristen durch die Stadt. Er kennt sich also aus in unserer Stadt und auf St. Pauli. Hier hat er auch einen Platz mit besonderer Akustik gefunden, hier klingt seine Stimme fast wie in einem Opernhaus. Nun gastiert Neuens schon zwei „Spielzeiten“ im Herzen von St. Pauli. Das Hamburger Abendblatt schreibt über seine regelmäßigen Auftritte: „Er ist wieder da. An diesem späten Montagnachmittag steht er mitten auf dem Hein-Köllisch-Platz und singt, wie man es sonst nur aus der Staatsoper kennt…Bis zur Reeperbahn hinauf, kann man ihn singen hören. Schaulustige kommen herbei, und die Kinder einer nahe gelegenen Ganztagsschule machen Stopp auf ihrem Nachhauseweg, um dem Meistersinger zuzujubeln. Anwohner applaudieren vom Balkon, und der Inhaber eines Cafés bringt ein Stück Kuchen vorbei.“

Zum Gesang kam Neuens erst sehr spät. Fast 30 war er, als er durch Zufall einen Gesangslehrer kennen lernte. Acht Monate später beherrschte Neuens die erste Arie. Mehr als 10 Jahre hat er dann in den größten Opernhäusern Frankreichs gesungen. Lyon, Paris, Gastauftritte führten ihn um die ganze Welt. Doch dann kam alles anders. In Paris lernte er eine Hamburger Journalistin kennen. Nach Heirat und Geburt einer Tochter machte der Künstler mit seiner kleinen Familie Quartier in Lokstedt.

Doch wer glaubte, wie etwa George Petean, der den Kollegen an die Hamburger Staatsoper holen wollte, Neuens würde seine Karriere nun nahtlos auf der Opernbühne der Hansestadt fortsetzen, hatte sich getäuscht. Der Tenor geht eigene Wege, so als sei seine Opernkarriere nur ein Schritt auf dem ihm vorbestimmten Weg gewesen. So wie die Liebe ihn nach Lokstedt brachte, ist es die Liebe zur Musik, der er folgt. Neben großen Opern und Arien begeistert sich Neuens nämlich seit Jahren auch für Oratorien, Kirchengesänge und vor allem Reggae.

Lange träumte Neuens davon, den Reggae mit der Opernmusik zu vereinen. Konkret wurden diese Pläne als er Karsten Frehe kennenlernte, der das Label Irie Ites Music betreibt. Für dieses Label entwickelte Neuens gemeinsam mit dem Komponisten Moussa Sfeir den Op’Ra Dub Style. Die beiden treten nun unter dem Namen Audio Art an die Öffentlichkeit und zusammen mit den international bekannten Dubproduzenten Aldubb, TVS, Dubble Dubble, Dub Spencer & Trance Hill, Irie Worryah, Tune In Crew und Dubmatix entstand das erste Album, dass am 12. Februar im Hamburger Levantehaus auf einer großen CD-Release-Party präsentiert wird.

Es scheint, als ob unser Lokstedter Tenor nun bald erneut in Sachen Musik die Koffer packen und erneut um die Welt reisen wird. Anfragen von Produzenten kommen mittlerweile als aller Welt.

Und trotzdem machen wir Lokstedter uns wenig Sorgen, zukünftig auf Schulfesten auf Ulys leckere Blätterteig-Tartes verzichten zu müssen. Denn es ist nur zu offensichtlich, auch wenn sein Deutsch nach fünf Jahren in Hamburg noch einiges zu wünschen übrig lässt. Uly liebt die Menschen, die in Lokstedt und die am Hein-Köllisch-Platz, die „immer auf die Straße kommen, wenn er da ist. Und sie mögen ihn. Seine fröhliche und stets charmante Art, die durch seinen französischen Akzent nur verstärkt wird, machen ihn zu einem gern gesehenen Gast auf St. Pauli“ (siehe Video).

Und so wird sich dann wohl auch irgendwann sein Reggae-Traum erfüllen: Mit einer Band, einem DJ, einem Männerchor und einer afrikanischen Trommelgruppe wird er dann am Hein-Köllisch-Platz vor dem "beste Publikum der Welt“ seien großen Auftritt haben.

Und ganz bestimmt wird dann ein zweiter großer Auftritt folgen. In Lokstedt, dass ihm zu einer zweiten Heimat geworden ist. Was dazu derzeit allerdings fehlt, ist der zentrale Platz mit einer besonderen Akustik. Aber der kann ja noch gefunden werden.

Infos unter www.audioart-music.com

Mi. 12.02.2014, 20.00 Uhr

Moussa Sfeir, Uly E. Neuens | AudioArt

CD-Release-Party

Nach einem Jahr ist es endlich soweit: die zwei Musiker Uly E. Neuens, Tenor, und Moussa Sfeir, Komponist, treten als AudioArt an die Öffentlichkeit mit ihrem eigens geschaffenen Musikstil Op‘Ra Dub Style. Zusammen mit den national und international bekannten Dubproduzenten Aldubb, TVS, Dubble Dubble, Dub Spencer & Trance Hill, Irie Worryah, Tune In Crew und Dubmatix entstand das erste Album in Kooperation mit Irie Ites Music. Hier trifft Oper auf Dub-Reggae – eine Weltneuheit.

Funktioniert das? Ja, es klappt hervorragend. Überzeugen Sie sich selbst: Im Rahmen von arabesques lädt AudioArt zu einem Opern-Reggae-Abend im Club Privileg ins Levantehaus ein. Als Besonderheit wird Uly E. Neuens erstmals mit seiner Opernstimme live auf die AudioArt-Musik singen.

Special Guest ist in der edlen Location an diesem Abend DJ Raphaël Marionneau.

Karten zu VVK 10 / AK 12 / erm. 8 Euro erhältlich unter bit.ly/1cWb7Ph

Privileg Hamburg Club - Levantehaus
Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg
Tel.: 30 08 70 97
www.abstrait.de
www.marionneau.de

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© Lokstedt-online.de 22.01.2014

audioart