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Nina unterwegs

Besuch in der Theaterklasse des Corvey-Gymnasiums

Am Donnerstag pünktlich um 8.55 Uhr waren wir in der Corveystraße mit der Schauspielerin Nina Bott verabredet.

Im Juli 1997 machte sie ihr Abitur am Corvey-Gymnasium. Freudig sah Nina das Schild und war überrascht: "Das Schild steht ja noch immer da. Das hat unser Jahrgang gemacht." 

Dann gingen wir über den Schulhof, ein wirklich weitläufiges Gelände. Dort stehen Bewegungsgeräte und Tischtennisplatten, es gibt aber auch Ruhezonen, in denen man sitzen und mit einander reden kann.

Im Sekretariat begrüßte uns die Schulleiterin des Corvey-Gymnasiums Christel Jäger sehr freundlich. Nina erkundigte sich gleich nach ihren alten Lehrern: "Was machen Frau Tönnies, Herr Baumbach, Herr Essmeyer und Herr Maspfuhl denn so?", und schaute neugierig ins Jahrbuch. 

Im "Fluter", dem Magazin der Bundeszentrale für Politische Bildung, äußerte sich Nina bereits einmal über ihre alte Schule, das Corvey. „Ich weiß, dass das viele nicht verstehen, aber ich bin immer sehr gerne zur Schule gegangen. Ich kann nicht einmal sagen, dass ich ein bestimmtes Fach nicht gemocht hätte. Sogar Mathe fand ich gut." 

Aber geprägt und ausschlaggebend für ihre berufliche Karriere war ihr 4. Abifach. Frau Jäger ergänzt dazu: "Bei uns wird seit Jahren Darstellendes Spiel unterrichtet und geradezu professionell Theater gespielt. Wir waren eine der ersten Schulen, die dieses Fach in Hamburg eingeführt haben, und wir sind eines von drei Hamburger Gymnasien, an denen man auch eine Abiturprüfung in diesem Fach ablegen kann."

Die Gründung einer Theaterklasse ist auf überwältigende Resonanz gestoßen. Dieses immens große Interesse an engagierter Theaterarbeit, die gute Ausstattung und Erfahrung aus der langjährigen Schwerpunktsetzung im Fach Darstellendes Spiel führten zu dazu, das Pilotprojekt „Theaterklasse" auszubauen.

Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg rüber zur Kantine. Nina erklärte mir, dass das zu ihrer Zeit die Pausenhalle war. Seit 2008 ist es die Mensa, stilvoll in blau gehalten mit Holz und Granit und einem riesigen Ausgabetresen. Dort bereitet ein Koch das Essen frisch zu, vom sonst oft üblichen Kantinenduft aufgewärmten Essens war nichts zu riechen. 

Von der Kantine geht eine Tür direkt in die Aula und die macht einen imposanten Eindruck: Ganz hohe Decken und Podeste, die eigens für eine anspruchsvolle, moderne Theaterarbeit konzipiert und gebaut wurden. 

Volker Bärwald war Schulleiter von 1980 bis zu seinem Tod 1996. Er hat das Darstellende Spiel auf dem Corvey eingeführt. Seit 2006 trägt die Aula seinen Namen.

Hier in der Volker-Bärwald-Aula probt heute die Theaterklasse der 6b. Frau Jäger stellt uns den Lehrer Sven Sobisch vor. An dem überaus freundlichen Umgang der Lehrkräfte untereinander merkt man gleich, dass hier großer Wert auf gute Zusammenarbeit und Abstimmung unter den Lehrern gelegt wird.

Herr Sobisch stellte uns der Klasse vor, erzählte, dass Nina sich für Lokstedt engagiert und als ehemalige Corvey-Schülerin aus ihrer alten Schule berichten wird. Nina ergänzte, was sie so alles macht und dass sie hier mit dem Theaterspielen anfing.

Dann ging der Unterricht gleich weiter. Kurze Einweisung in das heutige Programm. Thema: Eine Klassenreise à la Dschungelcamp. Der Ablauf auf einem Flipchart fein säuberlich notiert.

Erste Szene: In einem Nebenraum konnten wir zusehen, wie das Casting abläuft. Mit Scheinwerferlicht und allem Drum und Dran. Zwei Mädchen stellen sich vor. Sissi und Annabell. Sie lieben den Dschungel, das Wasser, Mangos und Spaß. Sie sind geeignet für die Rolle der Zicken.

Herr Sven Sobisch ist sehr engagiert bei der Sache. Er versucht das Timing einzuhalten. Schließlich soll es im Januar am Tag der offenen Tür eine Aufführung geben. Im Nu ist die Bühne aufgebaut. 

Die nächste Szene folgt, die Kinder stranden mit einem Schlauchboot auf einer Insel. Die Aufführung endet im Tumult, der Wald fängt an zu brennen.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Aufführung.

Danach kritische Besprechung. Nina meldet sich gleich zu Wort. "Mir gefiel die Improvisation sehr gut." Ihr Lob an die Jungs: "Ihr habt da richtig Energie rein gesteckt. Die Mädchen waren vielleicht ein wenig schüchtern." 

Das ließen sich die Mädchen nicht zweimal sagen, holten sich noch schnell Autogramme von Nina und stellten ganz viele Fragen. Dabei vergaßen sie, dass sie eigentlich schon lange Pause hatten.

Danach ging es dann für die Schüler der Theaterklasse direkt zur Latein-Arbeit.

Wir sind hingegen gleich weiter zu Ninas Agentur gegangen. Nur kurz durch die Wiben-Peter-Straße und an der Ecke Lokstedter Steindamm sind wir am Ziel.

www.corvey.hamburg.de

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© Lokstedt-online.de 18.12.2011