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Eltern-Kind-Zentrum Vizelinstraße

Eine feste Größe im Familien-Wochenplaner

Wer seinen Kleinsten erklären will, was die zehn kleinen Zappelfinger den lieben langen Tag so treiben oder wo das kleine Krokodil lebt, und selbst nach Antworten auf viele Fragen rund um das Thema Familie sucht, der sollte den Kinderwagen schnurstracks in Richtung Eltern-Kind-Zentrum in der Vizelinstraße 48 steuern.

Dort im Pavillon kommen montags, mittwochs und freitags von 9 bis 13 Uhr Kinder von 0 bis 3 Jahre zum Spielen, Singen und Herumtollen zusammen. Und so trifft man zwischen den so genannten Bewegungslandschaften aus Holz und Polstern auf Anna, Lucas, Lili, Rocco, Philine und Co., die sich im Bällebad, über den Bilderbüchern, mit bunten Tüchern und Rasseln oder auf dem Krabbelteppich vergnügen – stets an ihrer Seite: ihre Eltern und die Leiterin des EKiZ, Agnes Goldberg.

Die erfahrene, sehr leidenschaftliche Erzieherin und Familientrainerin hat seit der Einrichtung des Eltern-Kind-Zentrums in Lokstedt vor fast genau einem Jahr schon rund 50 Mütter und einen Vater samt Nachwuchs in „ihrem Dorf“ willkommen geheißen. Ihre Arbeit beschreibt sie in erster Linie als eine koordinatorische, um die Gemeinschaft zu stärken. Sie unterstützt die Familien bei der Lebensgestaltung und hat immer einen guten Rat in petto, den sie jedoch niemals ungefragt anbringen würde. Denn aufgrund ihrer offenen Haltung gegenüber den verschiedensten Lebenswegen sucht man den moralischen Zeigefinger bei der Mutter einer elfjährigen Tochter vergebens. Auch nach 21 Jahren Berufserfahrung ist die Pädagogin so manches Mal positiv überrascht, wie ein kleiner verbaler Stups Menschen stärker und mutiger werden lässt.

Ihr erklärtes Ziel: Auch die Großen sollen sich gut aufgehoben fühlen. Und das tun sie. Auf sie wartet neben den offenen Ohren von Agnes Goldberg die wunderbare Möglichkeit, sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee mit anderen Mamas und Papas über das Freud und Leid ihrer Kleinen auszutauschen. So erfährt die besorgte Mutter, dass bei Hautausschlägen das Auftragen von Schwarzem Tee hilft. Und die letzte „Scheiß-Nacht“ ist fast schon vergessen, wenn man in verständnisvolle Augen blickt und Mut zugesprochen bekommt. Ungezwungen reden die Frauen über Kita-Marathon, Abnehmwahnsinn, Windelpreise und andere Sorgen auch bei Nudeln mit Lachs und Spinat oder Linseneintopf mit Vanille-Pudding in der gemeinschaftlichen Mittagsrunde – nur wer will und für 2 Euro.

Lisa (32) und ihre Tochter Lili (16 Monate) sind schon „alte Hasen“ im Lokstedter Eltern-Kind-Zentrum. Die Krankenschwester wollte hier nach ihrem Umzug im Sommer 2012 vor allem soziale Kontakte knüpfen. Heute verbindet sie eine enge Freundschaft mit Doris (32), der allerersten Mutter in dieser Begegnungsstätte, und ihrem kleinen Lucas (12 Monate). Seit Mitte letzten Jahres kommt auch Maren (36) mit Lenja (13 Monate) regelmäßig, weil sie hier „abgeholt“ wird, Entlastung findet und ihre Tochter in einer sicheren Umgebung weiß. Beim freitäglichen „Kochen für die Familie“ ist sie mit Herz und Messer ganz vorn dabei.

Die Gründe, warum sich Eltern auf den Weg ins EKiZ machen, sind so kunterbunt wie das Leben selbst, aber eines ist für viele entscheidend: Der Besuch ist unverbindlich.

Wann immer sie wollen, können sich Interessierte dazugesellen und das meist kostenlose Angebot nutzen. Und das kann sich sehen lassen: Jeden Montag beim „Zumba“ lässt eine qualifizierte Trainerin die Mütter tanzen, sich schütteln und ordentlich schwitzen. Mittwochs können alle ihr handwerkliches Geschick beim Nähen und Basteln unter Beweis stellen, oder Agnes Goldberg gibt Nachhilfe in Sachen Pädagogik, unkonventionell und für jedermann verständlich. Der Freitag steht ganz im Zeichen des Kochlöffels. Beim gemeinsamen Schnippeln, Garen und Braten entstehen leckere und leicht umzusetzende Menüs für den häuslichen Speiseplan. Auch ob der Besuch einer Hebamme oder einer Physiotherapeutin, ein gemeinsam veranstalteter Familienflohmarkt oder, ganz aktuell, eine Faschingsfeier geplant wird – die Bedürfnisse der Eltern und Kinder fließen in die Programmgestaltung mit ein.

Jeder kann dabei für sich selbst entscheiden, inwieweit er das Angebot nutzt und sich mit einbringt. In dieser Zwanglosigkeit sowie dem entspannten und herzlichen Miteinander findet jede Mutter ihren Platz, an dem sie sich wohl fühlt. Und wenn Lili ausgepowert nach viel Spiel, Spaß und der einen oder anderen Träne im Kinderwagen langsam einschlummert, fragt Agnes ihre Mama: „Sehen wir uns Montag?“. Und Lisa antwortet ganz selbstverständlich „Na klar!“, auch weil sie weiß, dass sich ihre Tochter riesig freuen wird, wenn es wieder heißt: Jetzt fahren wir ins EKiZ!

www.elbkinder-kitas.de

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© Lokstedt-online 26.02.2013, Christin Döring