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Brandschutz

Franzosen beim Löschen

Regelmäßig besuchen Grundschüler und Kindergartenkinder der Schulen und Kindergärten aus der Umgebung die Lokstedter Feuerwehr. Sie erhalten hier eine erste Einweisung in den Brandschutz. Heute sind Erstklässler der Französischen Schule zu Besuch in der Vogt-Wells-Straße.

Fein säuberlich in Zweierreihe, wie sie es bereits mit Drei in der ersten Vorschulklasse erlernten, haben sich die Schüler heute Morgen auf den Weg gemacht. Sie sind durch den Von-Eicken-Park und das Dorf gegangen, haben bereits, kaum angekommen, einen Kennerblick auf die Löschfahrzeuge geworfen und sitzen jetzt im Seminarraum. Bereit für den Lehrgang.

„Herzlich willkommen bei der Feuerwehr Lookstedt. Ja, das heißt wirklich Lookstedt, Looookstedt“, begrüßt Feuerwehrmann Reiner die Kinder. Er erntet Gelächter. „Lookstedt, das haben wir noch nie gehört! Das heißt Lokstedt.“ Aber der Feuermann beharrt auf Lookstedt. Er erklärt, dass die Alt-Eingesessenen es so sagten. Die Feuerwehr Lokstedt müsse das wissen, sie unterhält schließlich ein beträchtliches Lokstedt-Archiv.

Im letzten Jahr waren immerhin 312 Kinder in der Lokstedter Feuerwehrwache. Zehn Grundschulklassen mit 208 Kindern und fünf Kita-Gruppen mit 104 Kindern, hauptsächlich aus Lokstedt. Schüler aus der Döhrnstraße, Hinter der Lieth, der Französischen Schule (Lycée français de Hambourg – LFH) aber auch aus der Stadtteilschule Eppendorf. Die Kindergartenkinder kamen aus der Kita Lutherbuche, Vizelinstraße, vom Spielhaus Tilly und der Kinderstube Lokstedt.

Einmal jährlich fahren die Feuerwehrleute mit einem Löschfahrzeug auch zu unseren Nachbarn nach Groß Borstel und besuchen dort die Kita im Brödermannsweg, wo teilweise bis zu 80 Kinder sehr aufgeregt warten.

Heute unterrichten drei erfahrene Kameraden die Kinder: Markus, Jörg und Reiner. Und da die Lokstedter Feuerwehr eine freiwillige Feuerwehr (FF) ist, haben alle Feuerwehrmänner noch einen anderen Beruf. Sie sind Bäcker, Kraftfahrer oder arbeiten auf dem Großmarkt.

Reiner hat seine zweijährige Tochter mitgebracht. Ein charmanter junger Franzose meldet sich: „Die ist süss!“ So sind sie, die sechsjährigen Franzosen. Trauen sich noch ein Kompliment auszusprechen und wissen nichts von der aktuellen Sexismus-Debatte.

Nun geht es aber los: Diavortrag. „Wer kennt die Nummer der Feuerwehr? Alle melden sich. Das eingeblendete Bild ist voller Schatten von sich eifrig meldenden Kindern. „112!“

Bundesweit müssen jährlich mehr als 30.000 Kinder unter 15 Jahren mit Verbrennungen oder Verbrühungen ärztlich versorgt werden. 6000 Kinder verletzen sich so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen! „Darum engagieren wir uns so besonders um die ‚Lütten‘", sagt Jörg.

Denn jedes Kind das die „112“ auswendig kennt und weiß was es am Notruf-Telefon sagen muss, ist ein relativ sicheres Kind ohne Berührungsängste uns im Notfall anzurufen.

Wie soll man sich am Telefon verhalten, wenn etwas gemeldet wird? Da gilt es die 5 W-Fragen zu beachten:

• Wo ist es passiert?
• Was ist passiert?
• Wie viele verletzte Personen?
• Welche Verletzungen haben diese Personen?
• Warten auf Rückfragen, also nicht sofort auflegen!

Was macht man, wenn die Telefonkarte leer ist. Man kann die Feuerwehr trotzdem anrufen. Der Anruf ist umsonst. Aber bitte nur im Notfall!

Umsonst und ohne staatliche Unterstützung ist auch diese ehrenamtliche Brandschutzerziehung. Natürlich hat die Feuerwehr dabei einen Hintergedanken: „Wir möchten auch Kinder zur Jugendfeuerwehr bringen. Vielleicht behält der eine oder andere die Veranstaltung, neben dem was er gelernt hat, in guter Erinnerung“, erklärt Markus.

Das rege Interesse geht weiter. Nun werden die Transportmöglichkeiten der Feuerwehr aufgezeigt. Aicha erzählt: „Ich bin schon im Krankenwagen gefahren, da hatte ich sehr hohes Fieber.“ Felix ergänzt: „So ein Hubschrauber ist gestern neben unserer Schule auf der Wiese gelandet.“

Was ist gutes Feuer was ist böses Feuer. Was kann alles brennen?

Eléonor kommt bei der Erklärung von einem zum anderen. „Also wenn eine brennende Kerze auf den Teppich fällt, kann der Teppich anfangen zu brennen.“

Aber warum brennt das Feuer?

Rémi meldet sich: „Wegen der Luft!“ „Super!“, großes Staunen der Feuerwehrmänner. Dieses Wissen würde eigentlich erst ab der 3. Klasse verlangt. Überhaupt sind die Feuerwehrleute mit den Schüler aus dem LFH sehr zufrieden. „Die können die ganze Zeit ruhig dasitzen, machen unglaublich gut mit und sind sehr wissbegierig. Außerdem sind sie auf die Veranstaltung gut vorbereitet und die Lehrerin hat ein Präsent mitgebracht, französische Schokolade und Kekse“, erklärt Reiner.

Dann kommt der Rauchmelder mit einem Testalarm. Im Schlaf können wir nicht riechen. „Noch mal! Ja noch mal!“

Nun kommt doch Unruhe auf. Reiner hat nur darauf gewartet, er läutet seine persönliche Feuerwehrglocke. „Ruhe! Oder wir müssen abbrechen.“ Nun ist es wieder mucksmäuschenstill.

Es folgen Einsatzbilder von der Schule Vizelinstraße. Die Müllcontainer brennen lichterloh. „Ist das Echt? In Lokstedt? In einer Schule?“, fragen die verängstigten Schüler.

Ja, und nicht nur da kann es einmal brennen, auch am Grandweg im Schwesternheim. Erst brennt es lichterloh und auf dem nächsten Bild ist alles nass. Wilfried kommt zu Wort und erklärt das Bild mit dem vielen Löschwasser.

Dann folgt ein weiteres Beispiel aus der Lutherbuche. Auch dort hat ein Feuer einmal einen großen Schaden angerichtet.

Was macht die Feuerwehr außer Löschen?

Dann kam der praktische Teil. Die beiden Feuerwehrautos wurden bereitgestellt und es wurden zwei Gruppen gebildet.

Zunächst wurden Utensilien und Ausrüstung demonstriert. Dann im Feuerwehrwagen sitzen, Helm aufsetzen, Sauerstoffflasche halten. Zum Schluss durfte jeder noch mal den Löschschlauch halten und etwas Wasser in die Beete spritzen. Die Kinder waren im wahrsten Sinne des Wortes Feuer und Flamme!
Am nächsten Tag in der Schule bekamen alle noch eine Urkunde über die Teilnahme an dem Kurs.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 31.01.2013