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Ausstellungen im Bürgerhaus

Hohe integrative Wirkung

Schüler der Schule Vizelinstraße besuchen regelmäßig mit der Künstlerin Anja Grosse die Hamburger Kunsthalle. Dort fertigen sie Skizzen an. Anschließend wird mit der Künstlerin in der Schule gemalt, geklebt und gedruckt. Im Bürgerhaus Lokstedt werden die zu den Themen „Tiere“ und „der Mensch“ entstandenen Bilder ausgestellt.

Felix ein kunstbegeisterter Schüler der ersten Klasse der französischen Schule in Lokstedt ist zur Ausstellung ins Bürgerhaus Lokstedt gekommen, um zu schauen, was die Kinder der Vizelinstraße im Kunstunterricht so alles machen. Er ist auf der Suche nach dem Bild, das ihm am besten gefällt. Die Auswahl ist aber wirklich schwierig an diesem Tag, es sind so viele tolle Bilder zu sehen. Schwer beeindruckt zeigt er uns schließlich seinen Favoriten. Ein Mensch mit einem orangenen Kleid. Mit riesigen Händen und kleinen Füßen. Viele blaue Knöpfe hat der kleine Künstler dort gemalt, die man nur mit solchen langen, schlanken Fingern öffnen und schließen kann. Die Farben und Striche sind einfach toll.

Nun ist es soweit. Die Gäste im Bürgerhaus werden von Marcus Weide, Beisitzer im Bürgerhaus begrüßt. Es sind die Klassenlehrerinnen K. Jensen und H. Spindeldreier, die kleinen Künstler Ayla, Almedina und Lino mit ihren Eltern, die Erzieherin M. Henschen und natürlich die freischaffende Künstlerin Anja Grosse, die seit einigen Jahren verschiedene Kunstprojekte mit den Schüler der Vizelinstraße durchführt.

Mit der Zeit sind in diesen Projekten Bilder entstanden, die die kleinen Künstler gerne öffentlich präsentieren. Eine kleine Auswahl der Bilder aus den Klassen eins bis drei wird daher derzeit im Bürgerhaus Lokstedt ausgestellt - auch um den Lokstedtern zu zeigen, was für tolle Projekte in der Schule Vizelinstraße durchgeführt werden.

So haben sich die Schüler bei ihren Besuchen in der Hamburger Kunsthalle unter anderem mit dem bekannten Gemälde des Malers Philipp Otto Runge auseinandergesetzt. Es heißt die Hülsenbeckschen Kinder. Im Vordergrund des Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen Gemäldes sieht man die drei Kinder des Kaufmanns Friedrich August Hülsenbeck, wie sie im Garten spielen. Das besondere für die Schüler: Das Landhaus der Hülsenbecks stand in Eimsbüttel, also in der Nachbarschaft ihrer Schule.

Damals war Eimsbüttel war ein Vorort von Hamburg und man hatte von dort freie Sicht auf Hamburg. So dass man im Hindergrund des Bildes einige Türme der Hauptkirchen erkennen kann.

Die Kinder haben auf einem Blatt Papier einen Ausschnitt der Hülsenbekschen Kinder Friedrich, August und Maria geklebt und ihr Lokstedt rundherum gemalt. So entstanden eindrucksvolle Adaptionen des Original-Gemäldes. Statt des Bollerwagens malt einer auch ganz mutig einen Bagger. Der junge Künstler hat die Aufgabe gut verstanden, wird doch in Lokstedt an allen Ecken gebaut.

Anja Grosse beschreibt ihre Arbeit mit den Schülern: „In Kombination mit den Besuchen in der Kunsthalle eröffnet das den Kindern die Möglichkeit, die ,hohe Kultur der Großen‘ als eigenes Betätigungsfeld für sich zu entdecken. Die Beschäftigung mit alter und neuer Kunst auf theoretischer und praktischer Ebene schult die Kinder in vielerlei Hinsicht. Freies Formulieren, genaues Beschreiben, analytisches Vorgehen, Beschreiben der eigenen Gefühlswelt und Erlebnisse, um nur einige Beispiele zu nennen. Sogar Wissenschaft und Mathematik finden Eingang in unsere vielschichtigen  Gespräche. Dabei spielt auch die Besprechung der eigenen Arbeiten eine große Rolle.“

Durch die besondere künstlerische Auseinandersetzung beobachtete man nachhaltige Veränderungen der Kinder nicht nur im künstlerischen Bereich, sondern in vielen anderen Bereichen. Auch käme es „vor den Kunstwerken alter und neuer Meister immer wieder zu kontroversen und fruchtbaren Debatten über Tabus und Werte, was eine hohe integrative Wirkung hat.“

Ein weiteres Thema war die Nackheit auf den Gemälden. Henschen, die das Projekt als Erzieherin begleitet, berichtet über die ersten Reaktionen der Kinder: „Ihh, ohh, bähh! Doch nach kurzer Zeit haben sich viele Schüler gewagt nackt Brüste von Gemälden abzuzeichnen, ein paar scheuen sich nach wie vor.“ So sind denn auch einigen der Linoliumdrucke, die an einem der Kunstprojekttage entstanden, die Brüste abhanden gekommen.

Andere Kinder haben sich mit der Riesenspinne "Maman" von Louise Bourgeois beschäftigt. Ayla steht vor ihrer Riesenspinne. Richtig gruselig!

Almedina stellt ihre Königin aus: „Sie wird auf jedem Fall gerahmt. Aber es wird noch schwierig zu entscheiden wo sie hängen soll. Meine Eltern würden sie auch gerne haben.“

Besonders gelungen auch die vielen Löwen und Drachen, die einige Kinder gemalt haben. Auf den Bildern erahnt man, wie viele Aufgabenstellungen und Techniken Anja Grosse mit den Schülerinnen und Schülern bearbeitet hat. Besonders schön, dass sie dabei den Kindern künstlerische Freiheit lässt und sie ihre eigenen Ideen und Fantasien in jedes Bild einarbeiten dürfen.

Darum hat wohl auch ein Künstler besonders auf sich aufmerksam gemacht: Soviel ist klar, auf das Signieren kommt es an. Gekonnt hat er im Dutzend seinen Namen auf sein Bild gemalt.

Kunst ist schön

Kinder malen, kleben und drucken Bilder zu den Themen „Tiere“ und „der Mensch“
Ausstellungseröffnung am Freitag, den 11. Januar 2013, 18.00 Uhr

Bürgerhaus Lokstedt
Sottorfallee 9, 22529 Hamburg
Tel. 56 52 12
Kontakt: Frau Ingrid Schmidt
Mi/Do: 10.00 - 13.00 Uhr
Di/Mi: 16.00 - 19.00 Uhr
info@buergerhaus-lokstedt.de
www.buergerhaus-lokstedt.de

Noch bis Anfang März können die Bilder während der Öffnungszeiten des Bürgerhauses besichtigt werden.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 22.01.2013