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Abschied

Die Lichtgestalt vom Siemersplatz

Das Ende einer Ära: Filialleiterin Monika Wipperhausen ging nach 46 Jahren bei der Haspa in den Ruhestand. Ende Juni feierte sie mit Kunden und Kollegen in „ihrer“ Filiale am Siemersplatz Abschied. In mehrfacher Hinsicht fand sie ihr Glück am Siemersplatz.

Monika Wipperhausen schreibt in ihrer Einladung: „Mein Märchen begann im Mai 1970 mit einem Praktikum in der Filiale Schneisen. Während der ersten drei Wochen ‚Haspa-Luft‘ schnuppern stand mein Entschluss fest, ich werde Bankkaufmann“, es folgte die Lehre von 1971 bis 1973 in den Filialen Holstenstraße und Hoheluftchaussee. Über die Filiale Hoheluftchausse schreibt Wipperhausen durchaus anerkennend: Sie sei dort wie ein Mann behandelt worden. Ihr Wunsch in der Auslandsabteilung eingesetzt zu werden, fiel der Fusion von Haspa und neuspar zum Opfer, so landete sie 1973 in der Filiale am Siemersplatz - es gefiel ihr vom ersten Tag an so gut, dass sie blieb.

Manchmal gibt es solche Zufälle. Da passen zwei Dinge so gut zu einander, man sagt wohl, wie die Faust aufs Auge. Oder in diesem Fall aus gegebenen Anlass, sie gleichen sich wie ein Paar Schuhe.

Gemeint mit diesem Vergleich sind Monika Wipperhausen und der Siemersplatz.

Monika Wipperhausen widmete der Haspa am Siemersplatz ihr gesamtes berufliches Leben. 44 Jahre arbeitete sie in „ihrer“ Filiale 35. Für manch Lokstedter ist sie die Personifizierung der Haspa schlechthin. So blickt sie am Tage ihrer Verabschiedung auf ein langes erfülltes Berufsleben zurück und sie fand am Siemersplatz auch ihr privates Glück.

Der Nordwest Regionalbereichsleiter der Haspa Hans-Otto Kattenberg berichet in seiner Rede, dass Monika Wipperhausen des öfteren Frustkäufe im Schuhladen nebenan tätigen musste: „Schuhe kaufen… und wenn Frust sich häuft…öfter Schuhe kaufen. Das kann teuer werden, muss aber nicht, wenn man sich in den Schuhladenbesitzer - ihren Dieter - verliebt und ihn heiratet. Ein weiteres Märchen à la Moni.“

Bis dahin trafen also noch alle Vorurteile zu, denen in der damaligen Zeit Frauen ausgesetzt waren. Monika Wipperhausen dazu: „In meiner Lehrfiliale waren die leitenden Herren nicht sehr begeistert einen weiblichen Azubi zu bekommen. Immer wieder wurde mir erzählt, Mädchen lernen, heiraten und kriegen Kinder und dafür dann dieser Aufwand.“

Als Monika Wipperhausen ihren Dieter heiratete, hätten sich tatsächlich alle Vorurteile bestätigen können. Doch sie blieb trotz Ehe weiterhin im Beruf. Die Stationen ihrer Tätigkeit: Kasse, Service, Service-Beraterin, Beraterin, 3. Kraft, stellvertretende Filialleiterin und seit dem 15.01.1998 Leiterin der Filiale am Siemersplatz. Da hatte dann die Ausbildung zum Bankkaufmann im Gegensatz zur damaligen landläufigen Meinung doch gelohnt.

Die Verabschiedung

Monika Wipperhausen an ihrem letzten Arbeitstag ganz in Haspa-rot passend gekleidet. Sogar die Fingernägel passend zum Outfit. Die Gäste waren überwiegend Mitarbeiter, auch aus anderen Filialen, aber auch die Feuerwehr und die Gewerbetreibenden waren gekommen.

Nach und nach mischten sich einige Kunden unter die Gäste. Die bevorstehende Verabschiedung von „Mrs. Haspa“ hatte sich in Lokstedt herumgesprochen und da der Bankbetrieb weiter lief, feierten weitere Kunden spontan mit.

Schon beim Betreten der Räumlichkeiten war jedermann klar: Das ist hier keine „normale“ Verabschiedung. Das ist das Ende einer Ära, das Ende eines langen glücklichen Märchens. Die Fenster komplett vollgestellt mit Blumensträußen und Geschenken - und die konnten gar nicht groß genug sein, so schwer viel der Abschied. Passend dazu regnete es, irgendwie ein trauriger Tag.

Doch die Trauer war nicht von langer Dauer. Irgendwie freute es einen dann doch, dass Monika Wipperhausen nach so vielen Jahren in ihren verdienten Ruhestand gehen kann. Wie schrieb sie selbst? „Nun beginnt mein neues Märchen…Freizeit mit meinem Mann“.

Zeit für ihren Mann nahm sich Monika Wipperhausen aber schon immer. Wann immer man sie außerhalb der Haspa auf Veranstaltungen wie der Lokstedt-Ralley oder Empfängen traf. Ihr Mann war stets an ihrer Seite.

Die Reden

Bei solch gewichtigen Verabschiedungen mischten sich dann auch besondere Gäste unters Volk und hielten sehr persönliche Reden. So waren neben Kattenberg, Haspa-Vorstand Bettina Poullain, Aufsichts- und Betriebsrat Claus Krohn und der Regionalleiter Niendorf Daan Scheffer vertreten.

Aufsichtsrat Krohn übrigens in seiner langen Karriere bei der Haspa, Vorgänger von Monika Wipperhausen als Filialleiter am Siemersplatz. Er wies gleich zu Beginn seiner Rede auf den besonderen Anlass für sein Kommen hin: „Ich finde es toll, dass einer Kollegin die hier 44 Jahre gearbeitet hat…Gleichzeitig müssen wir den Vorstand auch entlasten, dass kann man nicht bei jedem der in Ruhestand geht machen. Ich finde das aber ganz toll, dass der Vorstand hier durch Frau Poullain vertreten wird, dass die Chefin das heute umgesetzt hat.“

Und tatsächlich, eine Bank mit 5.000 Mitarbeitern, da kann die Vorstand tatsächlich nicht bei jeder Verabschiedung zu gegen sein. Aber davon reden wir ja hier auch gar nicht. Mit Monika Wipperhausen ging nicht irgendwer in den Ruhestand.

Und trotzdem, beinahe hätte es nicht geklappt mit der Anwesenheit der Chefin auf der Verabschiedung. Poullain hat aber im wahrsten Sinne des Wortes Gas geben lassen, um dabei zu sein: „So eine tolle Frau aus der Haspa zu verabschieden, beinah hätte das nicht geklappt. Mir ist auf dem Weg jemand hinten reingefahren, ich mußte erstmal ins Taxi wechseln. Aber trotzdem, nun bin ich da.“

Krohn kommt dann in seiner Rede auf die Hochzeit von Monika und Dieter Wipperhausen zu sprechen, bei der er selbst zugegen war: „Da ich euch beide ja schon etwas länger kenne, bin ja sogar bei der Hochzeit dabei gewesen. Im Bezirksamt am Grindel…es gibt schönere Orte…Aber es ist eben Eure Hochzeit gewesen und ich durfte als erstes mit Euch anstoßen, als ihr von der Trauung rausgekommen seid…Und das schöne ist, dass euer Weg auch meiner ist. Ich bin hier mal 1998 als Filialleiter gegangen und durfte als Freund bleiben.“

Haspa-Werte gelebt

Monika Wipperhausen hat in ihrer langen Tätigkeit am Siemersplatz für das gute Betriebsklima gesorgt. Es ist sehr persönlich in der Filiale, da hängen etwa Fotos in den verschiedenen Bereichen.

Auch Hans-Otto Kattenberg äußerte sich in diesem Sinne: „Du hattest immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiter und dich hinter sie gestellt, hast Mitarbeiter, die weiter kommen wollten, gefördert und gefordert und dich weit über das normale Maß für die Kunden eingesetzt.“

Weiter Kattenberg: „Wir wollen in der Haspa nah am Kunden sein und Regionalität leben. Diese Haspa-Werte hat Moni schon gelebt, bevor sie offiziell in unserem Werte-Kanon kamen, sie hat diese sogar getoppt…Monis Filiale ist ein Familiengroßbetrieb der Kunden und Mitarbeiter umfasst, sie kennt sie alle und gefühlt sind sie alle miteinander verwandt und das seit Generationen. Ein imposantes Lebenswerk.“

Claus Krohn: „Jetzt hab ich hier noch ein paar Stichpunkte. Ich weiß gar nicht, ob ich sie alle heute bringe. Irgendwann möchte jeder noch mal mit Dir im Arm und so weiter. Aber irgendwie muss ich noch ein paar Worte loswerden.“ Und unter den wenigen Worten sind die Worte des Tages: Er nennt Monika Wipperhausen die „Lichtgestalt vom Siemersplatz“ zugleich aber auch ein „Faktotum“.

Wobei er dies gar nicht negativ verstanden wissen will. Er begründet das Faktotum mit den Worten: “Hab ich dann gestern Abend noch mal gegoogelt. Helfer für Arbeiten, Mädchen für alles. Und ich glaube, dass es Dich auch kennzeichnet…Du hast Dich immer gekümmert, weil du warst die Verantwortliche. Das warst Du nicht erst als Filialleiterin, sondern vorher schon immer und das hat Dich auf Deinem Weg in der 35 ausgezeichnet. 44 Jahre. Ich kann mich überhaupt nicht dran erinnern, dass ich jemanden kenne in unserer Bank, der es bei uns so lange zugebracht hat.“

Und auch an den neuen Filialleiter Frank Janzen richtet Krohn noch einige aufmunternde Worte: „Und damit wir jetzt nicht einen vergessen, wäre mir Frank noch mal wichtig. Der neue Chef. An dich habe ich eine Bitte…Halte in Ehren was Moni hier aufgebaut hat. Habe die Kollegen im Auge und selbstverständlich unsere Kunden. Dafür wünsche ich Dir mit Deinem Team ganz viel Erfolg!“

So klang dann der offizielle Teil der Feier nach den Reden aus. Ich möchte aber doch noch aus den Schlussworten zitieren.

Kattenberg: „Zum Schluss bleibt mir, im Namen des Vorstandes und deiner großen Haspa-Familie, von ganzem Herzen für alles was du uns gegeben hast zu danken, sowie Respekt zu zollen und alles Gute für ein weiteres Märchen zu wünschen, die Freizeit mit deinem Mann.“

Poullain: „Dieses Beispiel, das ist so Mutmachend, das…fällt ja nicht vom Himmel. Sondern Sie haben angepackt. Und so haben Sie in ihrem ganzen Berufsleben angepackt. Ich wiederhole es noch mal: Wie toll haben Sie das gemacht. Herzlichen Dank und es bleibt nur, Ihnen alles alles Gute zu wünschen, jetzt ganz viel Gesundheit und Sie kommen öfter mal rein und wir sehen uns…In diesem Sinne ein Blumengruß vom Adolfplatz.“

Krohn: Als Betriebsratsvorsitzender sage ich, es ist ein großer Verlust, dass du gehst im Sinne der Mitarbeiter und vor allem der Kunden. Aber es ist Dein Leben, es ist Deine Zukunft (wo ist Dieter geblieben) es ist Euer Märchen, dass heute Abend beginnt. Dafür wünsche ich Euch alles gute und als Freund sage ich, dass ist ganz großartig Dich zu kennen und zu Deinem Freundeskreis zu gehören.

Dann war das Büffet eröffnet: Es gab leckere kleine Köstlichkeiten und Erdbeerkuchen. In ein ausliegendes Erinnerungsbuch wurde fleißig reingeschrieben.

Und wie Kattenberg schon vermutete, es gab an diesem Tag dann noch lange innige Umarmungen mit Moni, man musste regelrecht Schlange stehen und manch einer hat ihre private Visitenkarte bekommen. Danke!

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 10.07.2017