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Jubiläum Commerzbank Lokstedt

50 bewegende Jahre

Dieses Jahr feierte die Commerzbank-Filiale in der Vogt-Wells-Straße mit allen Lokstedtern eine volle Woche lang ihr 50-jähriges Bestehen. Im September gab es eine weitere Jubiläumsfeier mit den Kunden der ersten Stunde. 40 dieser „Uralt-Kunden“ trafen sich zu einer After-Work-Veranstaltung und erlebten nostalgische Stunden.

Geplant war ein nettes Zusammensein, zu dem der ehemalige Filialleiter Helmut Springborn bereits sein Kommen zugesagt hatte. Er war auch bereit, einem kleinen Vortrag aus der Gründungszeit der Filiale zu halten. Einiges aus der alten Zeit hatten die sympathischen Mitarbeiter der Bank ebenfalls bereits zusammengestellt. Es gab Illustrationen, Fotos und Baupläne. Es fehlten aber noch weitere Zeitzeugen, um aus der Idee ein wirkliches Event zu machen. Denn was nützen die schönsten Fotos, es sind zu allererst die Menschen, die Geschichte zum Leben erwecken.

Gesucht wurden daher Kunden und ehemalige Mitarbeiter, die bereits vor 50 Jahren Ihr Konto in der Filiale hatten - damals noch bei der Dresdner Bank. In der wechselvollen Geschichte hatte die Filiale nämlich mehrfach die Hausfarben gewechselt (siehe Lokstedt online vom 15.05.2014)

Kinder wie die Zeit vergeht

Am Mittwoch, den 17.09.2014 war es dann soweit. Der ehemalige Filialleiter Springhorn war mit seiner Gattin aus Schnelsen angereist. Und der rüstige Ruheständler, er ist bereits 90 Jahre alt, fing gleich an zu erzählen. Zur Dokumentation hatte er mehrere Ordner mitgebracht. Fotos, Werbematerial und Briefe.

1941 habe Springhorn als Lehrling in der Dresdner Bank angefangen. 1942 wurde er einberufen, von 1945 geriet er in amerikanische und und später in russische Kriegsgefangenschaft bis 1950. So kam es, dass er erst mit 26 Jahren seine Banklehre beenden konnte.

Nach 14 Berufsjahren am Jungfernstieg habe Springhorn am 24.04.1964 die Filiale am Siemersplatz eröffnet. In diesem Zusammenhang berichtete er den staunenden Anwesenden auch von der Präsentation des damals neuesten Kassenbereichs, der getestet werden sollte: „Mir ist gleich aufgefallen, dass die Seitenwände aus panzersicherem Glas nicht hoch genug waren. Um das zu demonstrieren bin auf den Tresen gesprungen und rein in den Kassenbereich, das funktionierte. Danach musste das Model überarbeitet werden.“

Gegen Überfälle setzte man sich damals noch rustikal zur Wehr: „Wir wurden schon im Vorwege gewarnt. Jemand im Hochhaus nebenan hatte dort zwei Männer beobachtet. Dann kamen sie auch schon. Einer an der Tür mit Pistole, der Andere ging zum Schalter, bedrohte den Kollegen und ging zur Kassenbox. Der Kassierer legte mehrere Geldscheine in die Schublade, drückte den Hebel und schob das Geld raus und sofort wieder zurück und klemmte dem Täter die Hand.“

Nach dem alten, kam der neue Filialleiter zu Wort. André Wagner berichtete zunächst einiges Wissenswertes aus dem Jahre 1964. Im Jahresrückblick war nur weniges dazu, von dem man annehmen konnte, dass es einen Banker interessieren könnte: Der 1000-DM-Schein wurde eingeführt, die Inflation lag bei 1,9 - 2,4 Prozent, der Dax (hätte es ihn gegeben) lag bei 450 Punkten und natürlich die Eröffnung der Dresdner Bank-Filiale in Lokstedt.

Mit anderen Ereignissen aus dem Jahr, etwa die Verurteilung von Nelson Mandela zu lebenslanger Haft oder dem Start der 3. Programme im Fernsehen, die Wagner erwähnte, führt er die anwesenden in eine vergangene Zeit zurück - um anschließend in einem bunten Reigen wieder dem Bogen zur Gegenwart zu spannen. Wer dachte an diesem wunderschönen Abend denn noch daran, dass die folgenden 50 Jahre mehr als bewegt waren. Die Themen:

  • Die Studentenbewegung mit Ihrem Höhepunkt 1968
  • Die Ölkrise in 1973, die uns mehrere autofreie Sonntage bescherte
  • Die RAF, die 1977 den damaligen Dresdner Bank Vorstand Jürgen Ponto ermordete
  • Die letzte Fahrt der Straßenbahn in Hamburg 1978, die vor der Filialtür am Siemersplatz vorbeifuhr
  • Das Platzen der Börsenblase im Rahmen der Dotcom Krise Im Jahre 2000
  • Die Terroranschlägen vom 9. September 2001
  • Die Einführung des Euro 2001
  • Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank im Jahre 2008

Für Wagner, der 1992 bei der Dresdner Bank in die Lehre ging, lebt die Dresdner Bank jedoch weiter - unter den Namen Commerzbank, „aber vor durch Sie liebe Kunden und liebe Mitarbeiter bzw. ehemalige Mitarbeiter, die viele Geschichten über die Dresdner Bank erzählen können und die Dresdner Bank in Lokstedt maßgeblich geprägt haben.“
 
Unter den Gästen waren diese Kunden, Kunden, die früher einmal in Lokstedt wohnten und ihr Konto noch immer bei der Filiale führen lassen. Ehemalige Mitarbeiter aus der Zeit von 1966 - 1975 wie Guido Riemann. Aber auch Lokstedter Kunden wie Gerda Bergemann, die seit 50 Jahren ständiger Kunde ist. „Ich fühle mich der Dresdner / Commerzbank verbunden.“ Es kamen aber auch ehemalige Auszubildende und Mitarbeiter, die hier in Lokstedt sehr gerne gearbeitet haben.

Neben vielen Anekdoten gab es leckere Häppchen, eine Schautafel mit der Historie und jede Menge Gesprächsstoff.

Commerzbank Filiale Lokstedt
Vogt-Wells-Str. 12, 22529 Hamburg
Tel.: 55 77 76 0
Fax: 55 77 76 10 
www.commerzbank.de

Lesen Sie auch zu diesem Thema:
Lokstedt online vom 15.05.2014
Lokstedt online vom 18.06.2014

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© Lokstedt-online.de 30.12.2014