Arbeitsmarkt

NXP-Leiharbeiter müssen gehen

Der Halbleiterhersteller NXP entlässt 130 der 370 Angestellten von Zeitarbeitsunternehmen, die bei dem Lokstedter Chipproduzenten derzeit beschäftigt sind.

In der Konzernzentrale in Eindhoven wurde schon 2009 entschieden, die Anzahl der fest angestellten Mitarbeiter auf dem Gelände der ehemaligen Radioröhrenfabrik GmbH Hamburg-Lokstedt von 2450 auf 1600 zu reduzieren.

Infolge der guten Auslastung der Produktion in den letzten zwei Jahren wurde im Gegenzug die Anzahl der Leiharbeiter erhöht. 2010 haben die Niederländer beispielsweise den ersten Auftrag für den neuen deutschen Personalausweis bekommen, der mit einem Sicherheitschip ausgestattet ist.

Nun fährt die Geschäftsführung die Anzahl der Arbeitnehmer wieder zurück, da die inländische Nachfrage nach Halbleitern deutlich rückläufig ist. Inzwischen ist China der größte Abnehmer, entsprechend werden verschiedene Firmenbereiche nach Shanghai verlagert.

Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Jan Balcke hat die Vorgänge zum Anlass für eine Kleine Anfrage an den Senat genommen. Balcke bemängelt das NXP 2009 Mittel aus der Hamburger Konjunkturoffensive erhalten hatte, um Arbeitsplätze zu sichern.

„Nach Aussage der Behörde für Wirtschaft und Arbeit wurden bei NXP etwa 400 zukunftsfähige Arbeitsplätze gesichert und das Unternehmen durch Qualifizierung und Innovation zukunftssicher gemacht. Der damalige Wirtschaftssenator Axel Gedaschko dazu: ,Das Innovationsprojekt von NXP zeigt, wie sinnvoll diese neue struktur- und arbeitsmarktpolitische Fördermaßnahme ist, wir erhalten nicht nur Arbeitsplätze, sondern wir unterstützen Unternehmen und Arbeitskräfte bei ihren Anstrengungen, durch Innovation und Qualifizierung zukunftssicherer zu werden.'"

Nachtrag:

Wie das das Hamburger Abendblatt am 12.04.2012 berichtete, übernahm das Unternehmen 40 der etwa 250 im Unternehmen verbliebenen Leiharbeiter im April 2012.

www.spd-fraktion-hamburg.de/buergerschaft/kleine-anfragen/b/24738.html
www.nxp.com

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© Lokstedt-online.de 05.11.2011