Restaurants

Persische Gerichte gefragt

Wenn Kinder das Logo mit Mr. Krabs vor dem Restaurant sehen, wollen sie sofort hinein. Der Erwachsene ist erst mal skeptisch und erwartet ein Kinderrestaurant. Sie sollten aber auf ihre Kinder hören, denn es erwartet sie eine Vielfalt an leckeren Speisen und ein liebevolles Ambiente.

Mein Sohn Felix (7) bestellt sich, typisch für sein Alter, einen Mini-Burger mit Pommes frites. Nach der Schule ist er halt hungrig, sodass er meinen Vorschlag, lieber gesunden Reis als Beilage zu wählen, ablehnt. Wir überlegen noch kurz, ob Bionade oder frisch gepresster O-Saft und entscheiden uns für das zweite.

Der Hamburger ist frisch zubereitet und sehr nett angerichtet. Die Fritten lecker.
Wir treffen Kati Eskandari, die Frau vom Chef Said. Die beiden kommen aus Persien und essen gerne gut und vor allem frisch Zubereitetes. Seit einem halben Jahr betreiben sie das Bistro am Gazellenkamp und sie starten früh in den Tag. Ab 6.30 Uhr gibt es Frühstück. Die Brötchen holen sie auf dem Weg von Nur Hier in der Niendorfer Straße, gleich um die Ecke.

Seit der Eröffnung hat sich das Speiseangebot des Bistros erstaunlich entwickelt. Damals im April waren noch überwiegend Burger, Currywurst, Chicken Nuggets, Frikadellen, Schnitzel und als Beilage Pommes oder Brarkartoffeln im Angebot. Also eigentlich das typische Angebot eines Imbiss‘.

Im Laufe der Zeit haben dann aber immer mehr Gäste nach Persischen Gerichten gefragt, nachdem sie erfahren hatten, dass die Betreiber von dort stammen. „Könnt ihr nicht mal was Persisches für uns kochen?“, diese Frage wurde häufig gestellt.
„Jetzt bieten wir auch das an, was wir selber am liebsten essen“, sagt uns Kati.


Die persischen Gerichte sind allerdings nicht so günstig wie mancher es erwartet. Das hat seine Gründe. Kati erklärt: „Wir verwenden bestes Lammfiilet. Das wird für den Geschmack eingelegt in Safran, Zwiebeln, Gewürzen, Oel und Zitrone. Es ist butterzart und schmeckt köstlich.“

Katis Bruder hat in Persien einen Großhandel. Er kommt aus Mashhad, der heiligen Stadt, in der Safran in feinster Qualität geerntet wird. Von dort schickt er uns die Zutaten, die wir brauchen. Wir bekommen ausschliesslich Produkte der höchsten Qualitätsstufe. Auch der Reis ist köstlich, es ist der Beste.

Felix wirft ein: „Reis?, der schmecke doch nach gar nichts! Das lässt Kati nicht gelten. Gleich ruft sie den Koch, er solle Reis bringen. „Aber bitte ohne Gewürze, nur mit Salz gekocht.“

Der Reis wird serviert. Er ist ganz anders, als wir ihn kennen. Er schmeckt lecker, die Konsistenz ist „al dente“ und zudem sieht er anders aus. Die Körner sind lang und etwas unregelmäßig.

Felix mampft den Teller leer. Sein Fazit fällt eindeutig aus: „Nächstes mal esse ich statt Pommes lieber Reis!“

Auch der Koch ist Perser, hat aber seine Ausbildung in Italien gemacht. Daher lässt er es sich nicht nehmen, auch einige italienische Nudelgerichte in der Karte unterzubringen.

Und auch Katis Mama Azizeh arbeitet mit. Sie sitzt an einem Tisch und schnippelt Gemüse. „Das wird Torschi, es muss noch in Essig eingelegt werden.“ Über Torschi sagt man auch, dass es dafür kein eigentliches Rezept gäbe. Aber jede ältere Frau aus dem Iran würde wissen, wie es zuzubereiten ist. Nur macht jede dieser Frauen den Torschi etwas anders.

Eine günstige persische Variante sind die Wraps (gefüllte Pfannkuchen). Überhaupt ist das Angebot neben den klassischen Imbiss-Essen sehr reichhaltig. Zusätzlich gibt es auch Crepes und Salate. Und da es seit kurzem auch einen Lieferservice gibt, kann man die Speisen auch zuhause genießen.

Felix und ich teilen uns als Nachtisch noch ein Stück Kuchen. Heute gibt es welchen mit Mandel oder mit Cocos. Auch von der Mama selbst gebacken. Unser Mandelkuchen ist köstlich und schön saftig. Da sei Rosenöl drin, erklärt uns Kati.
Das kleine Bistro ist geschmackvoll und modern eingerichtet. Die Lage ist etwas versteckt, aber auch idyllisch. Im Sommer kann man auch im Biergarten draußen sitzen. Genügend Parkplätze sind auch da.

Gelegen ist das außergewöhnliche Bistro direkt zwischen Hagenbecks Tierpark und der Stellinger Schweiz. Ich nehme mir noch einen „Kaffee to go“ mit und wir gehen kurz rüber zum Spielplatz am Deelwisch. Felix tobt und ich entspanne mich auf einer Bank. In der Krossen Krabbe und nach dem Essen auf dem Spielplatz, so könnte man auch gut einen Kindergeburtstag feiern.

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© Lokstedt-online.de 31.10.2013