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Flohmarkt Grelckstraße

Flair im Dorf

Mittlerweile hat sich der Flohmarkt in der Grelckstraße zu einem der bestbesuchten Flohmärkte im Bezirk Eimsbüttel gemausert. Am letzten Wochenende war es wieder soweit, einmal im Jahr bieten hier über 100 private Anbieter im Herzen Lokstedts ihre Waren an.

Der Flohmarkt in der Grelckstraße unter schattenspendenden Alleebäumen ist schon etwas besonderes. An solchen Tagen, zumal bei schönem Wetter, wenn das Dorf mit hunderten von Menschen belebt ist, spürt man etwas vom einstigen Flair der Grelckstraße. Zwischen Rütersbarg und Stapelstraße haben viele Anwohner aus der Nachbarschaft einen Stand aufgemacht und ihre Waren einfach mit der Sackkarre heran geschleppt, ein echter Anwohner-Flohmarkt.

Seit 2006 findet der Flohmarkt, einst von einer Bürgerinitiative ins Leben gerufen, regelmäßig statt. Ebenso regelmäßig tragen Lokstedter Institutionen wie die Jugendfeuerwehr, aber auch die Gewerbetreibenden vor Ort und viele nette Lokstedter zum Gelingen bei.

So lädt der Flohmarkt mit seinen Attraktionen wie Hüpfburg, Wasserspiele, Feuerwehrauto, Würstchen-Grill, Pizza-Verkauf im Il Tramonto, Kaffee und Kuchen bei Bäcker Horn und einer Waffelbäckerei der Jugendfeuerwehr zum entspannten Bummeln, Klönen und Genießen ein.

So treffen wir auf dem ersten Stand-Metern auch gleich den kleinsten Stand des Tages. Liv und Nora, beide 11 Jahre alt, haben sich einem Tisch mitgebracht. Sie präsentieren darauf ihre Kreativität und sehr viel guten Geschmack. Die Mädchen haben Armbänder und Ketten mit hübschen Perlen aufgezogen. „Wir kommen beide aus Lokstedt, gehen in die französische Schule und in unserer Freizeit ziehen wir Ketten auf. Jetzt haben wir so viele und können sie gar nicht alle tragen.“

Frau und Herr Schumacher aus dem Zylinderviertel wohnen seit 1984 in Lokstedt. Sie bieten altes englisches Werkzeug an. Herr Schumacher war früher beruflich viel in England und hat alte Hobel, Hämmer, Zollstöcke, Bohrer gesammelt und sie mitgebracht nach Lokstedt. Es ist für das Ehepaarr der erste Flohmarkt als Anbieter. Zwischen den vielen alten Sachen liegen aber auch Steinbrocken. Stolz erzählen die beiden: „Wir sind Mauerspechte und das sind Stücke von der Berliner Mauer. Die haben wir selbst mit Hammer und Meißel als geschichtliches Dokument abgemeißelt.“

Frau Lacher und Herr Hensen sind vom Behrmannplatz mit der Sackkarre rüber gekommen. Sie haben ihre Sachen bestens präsentiert. Die Tische sind höhenverstellbar. So können sie die Standbreite besser ausnutzen und mehr Waren anbieten. „Das haben wir zusammen entwickelt. Wir stehen auf einem Podest, haben einen super Überblick.“ Und tatsächlich: Die Leute verweilen hier länger. Frau Lacher hat dieses Mal ihre Dosensammlung mitgebracht, von der sie sich nur schweren Herzen trennt.

Zwischendurch höre ich von einer Dame: „Wir sind auch auf anderen Flohmärkten. Hier ist es besonders schön. Und eines muss gesagt werden: Frau Messing hat alles ganz toll organisiert, fragt überall nach, ob alles in Ordnung ist. Bei Stress verteilt sie Bonbons. Hier sind freundliche Ordner und nette Kunden.“

Es ist tatsächlich so. Renate Messing organisiert ihre Veranstaltung nebenberuflich und doch sehr professionell - mit großem persönlichen Engagement.

Herr Kasberg hat ebenfalls mit der Sackkarre seine Kartons her gefahren. Er kommt aus dem Feldhoopstücken. „Ich biete überwiegend Kinderkleidung, Spielsachen und Bücher an.“ Bei der Bücherauswahl berät er seine Kunden fachkundig.

Vor dem Il Tramonto sitzen die Leute draußen an Tischen und schauen sich das Treiben an. Der Chef Mustafer Uludag erzählt, heute sei eine große Nachfrage an XXL-Pizzen. Es gäbe Leute, die wünschen sich einen Pizza-Stand bei so einem Fest. Aber an solchen Ständen werde die Pizza warmgehalten, das schmecke nicht. Im Il Tramonto würden alle Pizzen frisch zubereitet, das ginge ganz schnell und sei super-lecker und man könne sie gleich mitnehmen.

Henning Rütten hat zusammen mit seiner gesamten Familie einen Stand aufgebaut. Alle haben ausgemistet. Die beiden Kinder haben schweren Herzens zusammengesucht was möglich war. Viel war es nicht, aber sperrig, wie die Werkbank von Theo. Rosali hat Spiele und Bücher, die Mami hat Kleidung aussortiert und in der Küche ein bisschen Platz geschaffen. „Seit 8 Uhr sind wir hier. Eine schöne Aktivität mit der ganzen Familie.“

Die Freiwillige Feuerwehr Lokstedt mit der Jugendfeuerwehr war wieder einmal sehr präsent auf dem Flohmarkt. Alle wurden eingespannt. Das Löschfahrzeug zentral in der Mitte vom Flohmarkt stand zum Besichtigen bereit. Die Hüpfburg für die Kinder auf der sogenannten Marktwiese. Dort wurden auch Wasserspiele organisiert, Bratwürste gegrillt, die leider viel zu früh ausverkauft waren, und ein Waffelstand betrieben. Olaf Lemke, der gerade Schicht am Waffeleisen hat, erzählt: „Bäcker Horn hat uns den Teig gemacht und das Equipment zur Verfügung gestellt.“ Auf einmal steht Thomas Horn da, als ob er sein Stichwort gehört hätte. Er ist wie immer gut gelaunt und schaut, ob die Jungs zurechtkommen. Der Erlös der Waffelbude ist schon für ein Zeltlager auf Föhr verplant.

Vor ihrem Laden „Wohnambiente & Pafümerie Stoll“ hat Andreas Stoll einen Stand aufgebaut. Er hat Frau und Kind mitgebracht und seine Mutter ist auch dabei. Die Familie Stoll fühlt sich sehr wohl auf den Lokstedter Stadtteilfesten. Hier treffen sie auch mal privat mit ihren Kunden zusammen.

Familie Grimm aus der Heimat hat einen auffällig ordentlichen Stand. Viermal waren sie schon auf dem Flohmarkt in der Grelckstraße. Der Sohn Conna erzählt: „Heute ist ein großer Tag. Papa hat sein Segelboot zum Verkauf angeboten. Er hat 15 Monate daran gebastelt. Das Boot war lange der Blickfang in unserem Wohnzimmer. Mama wurde es aber mit dem Staubfänger zuviel. Nun schauen wir mal, ob wir es wieder mit zurück nehmen. Wir haben aber auch viel Kinderkleidung mitgebracht und bisher gut verkauft.“

Es ist 17 Uhr, die Leute fangen an zu packen. 17.20 Uhr, Frau Scheffler aus dem Jägerlauf sitzt mit super gepackten Kartons da und wartet auf ihren Mann. Der hat schon die erste Fuhre weggefahren. „Das ist unser erster Flohmarkt, aber wir sind immer gut organisiert.“ Da kommt auch schon ihr Mann Andreas Scheffler. Er ist Rechtsanwalt im Hugh-Greene-Weg, Mitglied im Gewerbeverein und kennt sich aus. Präzise hat er seine Betreiberpflicht von 10 - 17 Uhr einhalten, aber seit 17 Uhr wird gepackt.

Ganz am Ende treffen wir noch Joerg Kilian vom „Forum Kollau - Verein für Geschichte“ mit seiner Mutter. Auch die Kilians haben gut verkauft. „Manchmal muss man sich auch von Erinnerungen trennen.“

Eine rundum gelungene Veranstaltung. Bei schönem Wetter Kontakte treffen und knüpfen. Es war so, wie es eine Familie aus Lokstedt ausdrückt. Sie hat sich mit den Standbetreibern von nebenan angefreundet: „Es war ein toller Tag.“

So. 16.09.2012, 10.00 - 17.00 Uhr

Anwohner-Flohmarkt mit Stadtteilfest-Charme

Der Flohmarkt mit stadtteilfest-Charme für Groß und Klein - einmal im Jahr mit über 100 privaten Anbietern unter alten Alleebäumen. Mit Hüpfburg, Wasserspielen, Feuerwehrauto, Grillwürstchen, Pils-Ausschank, Kaffee, Kuchen und Waffelbäckerei.
Organisation Renate Messing
Tel. 58 35 38
www.flohmarkt-eppendorf.de
www.renate-messing.de

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© Lokstedt-online.de 21.09.2012