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Frühschoppen

Jazz gibt Lebenskraft

Erneut gastiert eine der führenden Hamburger Jazzbands mit langer Tradition, die Schnelsen StomperS (Stampfer), im Bürgerhaus Lokstedt. Die Band machte ihrem Namen alle Ehre. Gespielt wurden die Klassiker des Dixieland. Oldies für Oldies, unmöglich die Füße still zu halten.

Als 1991 für das Schnelsener Stadtteilfest eine Dixie-Band gesucht wurde, entschloss sich Heinrich Otto Leopold, spontan zur Gründung einer Stadtteilband. Mit Hilfe einer Stadtteilzeitung gelang es ihm, geeignete Musiker zu finden.

So standen am 15. September 1991 vier Jazzer auf der Bühne des Freizeitzentrum Schnelsen: Hans-Jürgen Wascher, Jens-Peter Meisel, Mario Abel und Heinrich Otto Leopold. Dies war die erste Formation der Traditionsband, es kamen weitere Musiker hinzu, so 1996 Hans Krahnke.

Am heutigen Jazz-Frühschoppen nahm nur noch Hans Krahnke aus der alten Truppe teil. Nach längerer Krankheit war er inzwischen wieder soweit genesen, dass er im zweiten Teil der Session mit seiner Dobro-Gitarre ins Geschehen eingreifen konnte. Diese Zwangspause muss ihm unglaublich schwer gefallen sein. Als er endlich mit seiner Gitarre wieder mitten im Ensemble Platz genommen hatte, da strahlte er übers ganze Gesicht - so glücklich kann einen wohl nur der Jazz machen.

Der Begriff Jazz stammt übrigens ursprünglich aus dem Baseball und bedeutet laut Wikipedia so etwas wie „Leben, Kraft, Energie, Aufbrausen des Geistes, Spaß, Schwung, Anziehungskraft, Elan, Männlichkeit, Mut, Glück“. Wenn einer Mannschaft der Jazz abhanden gekommen ist, dann läuft so gut wie nichts mehr.

Am heutigen Sonntag im Bürgerhaus aber lief alles glatt. Die Band hatte den Jazz und das fealing, der Funke sprang auf das Publikum über. Leider war das Bürgerhaus bei weitem nicht gefüllt, doch sah man vereinzelt Männer in den besten Jahren mit geschlossenen Augen und wippenden Füßen, innig der Musik lauschend.
Gespielt wurde Klassiker wie: When the Saints Go Marching In, Dallas Blues, Rosetta, Exactly Like You, Ain’t Misbehavin’ oder Sweet Lorraine. Die alle samt nicht mehr ganz jungen Musiker spielten das Programm souverän vom Blatt runter.

Immer wieder faszinierend beim Dixie zwischendurch die teils improvisierten Soli. Mindestens drei pro Song, oft aber auch alle Musiker in einem Stück nacheinander mit ihrem Solo.

Besonders cool der Gesang, ich persönlich nenne das King-Kong-Gesang. Für den Jazzgesang ist nämlich die Reinheit der Stimme völlig unerheblich. Daher nennt man die Jazzsänger eigentlich auch Vokalisten. Einige der wichtigsten Jazzsänger hatten eher grässliche Stimmen - so Louis Armstrong. Und so war es auch heute, das gehört sich aber auch so.

Die aktuelle Formation der StomperS umfasst sieben Musiker. Wegen den beengten Räumlichkeiten im Bürgerhaus spielte eine Formation mit fünf Musikern, zu denen im zweiten Teil wie bereits berichtet, Krahnke mit seiner National Steel Guitar hinzukam.

Die Rhythmusgruppe mit Matthias Franke (Schlagzeug / Gesang), Tanja Hausmann (Banjo) und Peter Schnitzler (Bass) leisteten solide Arbeit. Die Melodiegruppe bildeten Roland Pilz (Kornet / Gesang) sowie die Bandleaderin Natascha Jassner (Klarinette, Saxophon und Kasu).

Natascha Jassner leitet die Band seit drei Jahren und kommt ursprünglich vom Swing. Früher hat in der Schüler Big Band des Walddörfer Gymnasium gespielt, ihr Vater brachte sie zum Oldtime.

Das Publikum war dem Vater dafür dankbar - seine Tochter leitet ein wirklich durch und durch professionelles Ensemble, obgleich allesamt natürlich Amateure sind. Dixieland zu spielen ist nicht wirklich wirtschaftlich interessant.

Insgesamt ein schöner Frühschoppen mit fröhlicher, beschwingter Musik.

de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Jazz

So. 02.03.2014

Bürgerhaus Lokstedt

Jazz Frühschoppen

Schnelsen Stompers. Anmeldung erwünscht.

Sottorfallee 9, 22529 Hamburg
Tel. 56 52 12

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© Lokstedt-online 02.03.2014