Lesungen

Zwischen Prostituierten und Kleinbürgern

Konrad Lorenz las am Freitagabend im Bürgerhaus Lokstedt aus seinem Erfolgsroman „Der Rohrkrepierer“ und entführte die Zuhörer auf unterhaltsame Weise ins Kiez-Milieu der Nachkriegszeit. Macher dachte danach: „Junge komm bald wieder.“

Im St Pauli der letzten Kriegs- und der Nachkriegsjahre hat der Begriff Rohrkrepierer eine eindeutige Bedeutung. Denkt man. Aber der Roman von Konrad Lorenz lehrt, dass ihm im Kiez auch eine ganz eigene Bedeutung zukommt. Das muss der halbwüchsige Kalle auch erst lernen, im Spannungsfeld von Mutter, Großmutter und dem aus der Gefangenschaft heimkehrenden Vater.

Die sexuelle Aufklärung läuft in dieser Umgebung etwas anders als anderswo. Mit seiner variablen, eigentlich sanften, aber bei Bedarf festen, Stimme versetzte Lorenz seine Zuhörer in das St.-Pauli-Milieu und in die spezielle Umgebung zwischen Prostituierten, Zuhältern, Seeleuten aber auch Kleinbürgern.

Schmunzeln bis Lachen immer wieder garantiert, denn der authentische Text ist mit durchziehendem Humor geschrieben, obwohl wahre Gefühle auch nicht zu kurz kommen. „Ick heff mol en Hamborger Veermaster sehn,…“ oder „Kommt doch, liebe kleine, sei die meine…“ aus der „Drehorgelmaschine“ in der Kemm’schen Keksdose entführt er einfühlsam die Gäste in jedes neue Kapitel.

Lust auf mehr hat die Hörer gepackt und der Wunsch, auch von dem nächsten Roman von Lorenz Kostproben auf diese unterhaltsame Weise geboten zu bekommen.

Wer schon mal an Weihnachtsgeschenke denkt, hat hier einen echten Tipp: Konrad Lorenz: „Der Rohrkrepierer“. Edition Temmen; 384 Seiten; 12,90 Euro.

www.konrad-p-lorenz.de  

Fr. 25.10.2013

Bürgerhaus Lokstedt

Rohrkrepierer

Eine Jugend auf St. Pauli. Der Lokstedter Konrad Lorenz liest aus seinem Roman.

Sottorfallee 9, 22529 Hamburg
Tel. 56 52 12

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© Lokstedt-online 27.10.2013, Helena Peltonen