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Kabarett im Bürgerhaus

Frau Koster mit dem Kontrabass

Am Samstagabend herrschte großer Andrang im Bürgerhaus. Wie immer, wenn Kabarett geboten wird, ist neben Hansjürgen Rhein auch seine gesamte Familie mit von der Partie.

Das Gedränge an der Kasse wurde von Isgard und Idge Rhein mit leichter Hand bewältigt, während deren Vater und Großvater bereits plaudernd und guter Stimmung im Publikum Platz genommen hatte.

Angekündigt war Jutta Koster mit ihrem kurzweiligen Programm „Frau Koster und die Macht“. Die bekannte Kabarettistin und Fernsehredakteurin dreht damit im Alleingang „unsere Republik mit ihrem Kontrabass ohne Pardon durch den Fleischwolf.“ Mit diesem erfolgreichen und preisgekrönten Programm, das vor zwei Jahren hier im Bürgerhaus Premiere hatte, tourt sie seither, wenn sie nicht gerade satirische Beiträge verfasst, durch die Republik. Sie gastierte damit im letzten Jahr in Lübeck, Hamburg, Köln, Wuppertal, Langenfeld, Bad Kissingen, Burscheid, Solingen und Bergneustadt.

Riesengroß stand er schon lange vor Beginn der Vorführung auf der Bühne. Schön anzusehen und an sich schon ein wahres Kunstwerk solch ein Kontrabass. Daneben auf einem kleinen Podest ein Stuhl. Soweit die spärlichen Requisiten.

Als die zierliche Kabarettistin die Bühne betrat, fragte man sich, warum sie sich solch ein großes Musikinstrument für ihren Auftritt gewählt hat. Doch der Kontrabass war an diesem Abend mehr als ein Musikinstrument. Er war auch Requisit oder besser Raumteiler. So konnte das Publikum im Bürgerhaus die Künstlerin auf der Bühne in fünf verschiedenen Positionen bewundern. Jede verkörperte jeweils eine andere Identität:

• Stand die Künstlerin links vom Kontrabass imitierte sie Angela Merkel.

• Saß sie auf dem Stuhl war sie ein griesgrämiger, voyeuristischer Nachbar. Ein frustrierter Beamter, Sachbearbeiter, zuständig für Hartz-IV-Empfänger.

• Agierte sie rechts vom Kontrabass, war sie die unter Angela-Merkel-Verfolgungswahn leidende und - zumindest in den Augen ihres Nachbarn -Hartz-IV-bedrohte Kabarettistin Jutta Koster.

• Trat sie aus dieser Position einen Schritt vor und verschränkte die Arme in Schulterhöhe, war sie Sprecherin fiktiver Nachrichten.

• Und schließlich, begleitete sie sich auf dem Kontrabass, dann setzte sie sehr schöne Akzente mit ihren Liedern.

Im rasanten Tempo wechselte Jutta Koster die Positionen, brachte ihre Gesellschaftskritik unterhaltsam auf die Bühne und begeisterte das Publikum.

Zum Abschluss gab es eine ganz besondere Zugabe. Ein Revival der Kabarett-Truppe HotSpott.

Auch dieses Ensemble konnte schon einige Male im Bürgerhaus bewundert werden. Leider sind die Mitglieder mittlerweile beruflich bedingt über die ganze Republik verteilt, so dass gemeinsame Auftritte eine absolute Rarität sind, die es nur noch im Lokstedt zu bewundern gibt. Einmal jährlich unterstützt die Truppe nämlich den Solo-Auftritt von Jutta Koster hier im Bürgerhaus. So konnte das Publikum dann noch weitere Mitglieder der Familie des Bürgerhaus-Urgesteins Hansjürgen Rhein bewundern. Sohn und Schwiegersohn wagten sich in neckischem Badedress auf die Bühne - absolut sehenswert!

Sa. 03.11.2012, 19.30 Uhr

Bürgerhaus Lokstedt

Kabarett HotSpott

Die Kabarettistin Jutta Koster dreht unsere Republik mit ihrem Kontrabass
ohne Pardon durch den Fleischwolf.

Sottorfallee 9, 22529 Hamburg
Tel. 56 52 12

www.kulturserver-nrw.de
kulturserver-bergischesland.de
www.kabarett-hotspott.de

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© Lokstedt-online.de 07.11.2012