Leserbrief

Nahverkehr und Radwege verbessern

Der Offene Brief zur Wohn- und Parksituation in Lokstedt hat einen regen Meinungsaustausch angeregt. Hier ein Leserbrief von Helena Peltonen zum Thema Wohn- und Parkplatzsituation in Lokstedt.

Ich kann die Beschreibung der Bewohnerin am Rimbertsweg gut nachvollziehen. Verkehr und Parksituation in Lokstedt sind seit langem verschlechtert, und auch nach Fertigstellung aller Bauvorhaben ist nicht damit zu rechnen, dass die Situation für Autofahrer jemals wieder so gut wird, wie sie einmal war. Damit werden wir uns alle zunehmend anfreunden müssen. Lärm- und Schadstoffvermeidung und sinnvolle Raumnutzung sind wichtige Gründe, diese Entwicklung zu begrüßen. Für viele von uns würde eine persönliche Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Nutzung von Taxi-Services ein überraschendes Ergebnis zugunsten des Taxis ergeben. Oder die zunehmend verfügbaren Möglichkeiten von CarToGo, Autos für gelegentliche Nutzung.

Statt also Familien das Unterbringen und Bewegen von vielen PKWs möglichst kommod zu gestalten, sehe ich in der Tat die Aufgabe der öffentlichen Verwaltung vielmehr darin, den öffentlichen Nahverkehr und die Fahrradnutzung erheblich zu verbessern, Betonung auf erheblich. Das setzt bei den Planern Innovationswillen und viel Realitätssinn voraus.

• Busbeschleunigung, wenn es denn einmal fertig ist und sofern es wirklich eine Beschleunigung mit sich bringt, geht in die richtige Richtung. Die große Schwäche für Lokstedter bleibt trotzdem: Die Stadtplanung sieht keine nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeiten für Lokstedter vor. Da wird salopp auf die guten Einkaufsmöglichkeiten in anderen Stadtteilen verwiesen. Doch jeder, der seine Einkäufe jemals mit dem Bus erledigt hat, weiß welche Tortur es ist. Einkaufen mit dem Bus ist ein NO GO, weil in Bussen noch nicht einmal der Versuch unternommen wird, Einkaufstaschen unterzubringen. Unverständlich - so wird es niemals gelingen!

• Das Radfahren ist mit den endlosen Baustellen und ständigem Wechsel von der Fahrbahn auf Radweg und Fußweg kaum ohne Sicherheitsrisiken zu bewältigen.

Da gibt es für die Stadtplaner also dringliche Aufgaben, die sofort in Angriff genommen werden müssen. Aber es ist eine ebenso dringliche Aufgabe jedes Individuums, jetzt aktiv nach Alternativen zu dem veralteten Rezept des individuellen PKW Ausschau zu halten und auch Konsequenzen zu ziehen. Die Bedürfnisse und die Lösungen sind in jedem Fall verschieden.

Helena Peltonen, Lokstedt

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© Lokstedt-online.de 11.12.2012