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Lokstedter Forum

Kam Frust zum Ausdruck

Einen wirklich lebhaften Dialog lieferten sich am Freitag Abend die Lokstedter Bürger und Abgeordnete der Bürgerschaft und der Bezirksversammlung. Das Bürgerhaus Lokstedt hatte zum „Lokstedter Forum“, der vierteljährlichen Politikrunde des Stadtteils, eingeladen.

Trotz Fußballs und trotz vieler Vorwahl-Konkurrenzveranstaltungen war der Tisch eng besetzt. Es gab ja auch einiges zu erörtern.
 
Das fehlende Zentrum in Lokstedt – ein Dauerthema im Forum – hat durch die Bürgerinitiative „Ein Zentrum für Lokstedt“ neue Belebung erfahren. Nachdem der Siemersplatz als Teil eines Zentrums de facto ausfällt, bleibt eine letzte Chance mit Behrmannplatz / Grelckstraße / Spritzenweg. Hier werden die Bürger nun keine Ruhe geben, solange sie sich nicht gehört und auf Augenhöhe beteiligt sehen. SPD Bürgerschaftsabgeordnete Frau Dr. Schaal wies auf den fraktionsübergreifenden Antrag „Perspektiven für den Stadtteil Lokstedt“ hin, den der Regionalausschuss neulich einstimmig beschlossen hat, und auf die darin enthaltene Petition an den Leiter des Bezirksamtes, das die zentralen Themen abdeckt.

Doch mitten im Bundestagswahlkampf ist das Vertrauen darauf, dass die Anliegen auch nach der Wahl noch die nötige Aufmerksamkeit und Priorität erfahren, gedämpft. Auf die hohen Preiserwartungen des DRK für das Gelände angesprochen, betonte der FDP-Bezirksabgeordnete Lutz Schmidt, dass zunächst ein Bebauungsplan verabschiedet werden müsse, der die Fläche mit entsprechender Verwendung ausweist. Dann erst lasse sich der Wert des Grundstückes ermitteln.

Helena Peltonen, die in Vertretung von Hansjürgen Rhein, des Vaters und langjährigen Leiters des Forums, die Moderation übernommen hatte, fasste die Diskussion zusammen: „Es ist unbedingt erforderlich, dass die Bürger in die Zentrumsplanung früh und durchgehend einbezogen werden und dass auch alternative Konzepte erörtert werden. Nur so wird man den vielfältigen Erwartungen der Bürger gerecht und schafft eine Befriedung.“   
 
Zum Thema Verkehr waren junge Eltern extra gekommen, die sich um die Sicherheit ihrer Kinder sorgen. Die untragbare Verkehrssituation auf und um den Grandweg und die Vizelinstraße hat ja schon mehrere Gesprächsrunden dominiert. Wieso gibt es nur einen Zebrastreifen zwischen Julius-Voßler-Straße und Stresemannallee?  Wieso gibt es keine Geschwindigkeitskontrollen? Ungläubig lauschten die Gäste der Antwort auf eine Anfrage der Grünen, die die Bürgerschaftsabgeordnete Antje Möller vorlas und in der es hieß, dass ein verstärkter Durchgangsverkehr im Stadtteil nicht zu beobachten sei. Ist den zuständigen Stellen denn auch entgangen, dass in den Wohnstraßen, ein Schwerlastverkehr Raum gegriffen hat, für den diese Straßen überhaupt nicht geeignet sind? Die o.g. Petition an den Bezirksamtsleiter enthält auch die Aufforderung, nach Abschluss der laufenden Straßenbaumaßnahmen in Lokstedt das Verkehrskonzept für den Stadtteil in seiner Gesamtheit zu überprüfen. Das Bürgerhaus wird die zuständigen Politiker einladen, die Erkenntnisse im Forum Lokstedt zu erläutern und die daraus abzuleitenden Maßnahmen mit den Bürgern zu erörtern.

Auch beim Thema „Grünes Stadtbild“ kam Frust zum Ausdruck. Seit über zwei Jahren warten die Bürger auf eine angemessene Reaktion der Verwaltung auf eine Reihe konkreter Vorschläge aus dem Forum, die im Rahmen bestehender gesetzlicher Regelungen auf lokaler Ebene realisierbar wären. Volker Bulla, Sprecher für Stadtentwicklung der Bezirksfraktion der Grünen, erinnerte an die Aufwertung von Lokstedt-Süd und auf das Freiraumkonzept Lokstedt. Wie bei den obigen Themen, lassen die wenigen isolierten Maßnahmen die Ganzheitlichkeit der Planung vermissen.
 
Gute Fortschritte lassen sich bei der Einführung der Ganztagsschulen in der Vizelinstraße, Döhrnstraße und Hinter der Lieth bescheinigen. Hier gilt das besondere Lob den Kräften vor Ort, die trotz der materiellen Engpässe Unglaubliches geleistet haben.

Beim Thema Flüchtlingsunterbringung auf der Lokstedter Höhe bemerkten Anwohner kritisch, dass noch alter Müll auf dem Gelände liegt und die Kinder noch keinerlei Spielzeug haben. Die Bürger sind interessiert und willens, sich an der gastfreundlichen Aufnahme der Flüchtlinge mitzuwirken und sind aufgefordert, sich an die Organisation ihrer Wahl (Schulen, Vereine, Gemeinden, etc.) zu wenden, um ihren persönlichen Beitrag zu leisten. Auch das Bürgerhaus beteiligt sich an der Arbeit, deren Gesamtkoordination von Pastor Bernd Müller-Teichert der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde wahrgenommen wird.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 10.09.2013, Helena Peltonen