Insolvenz von Schlecker

Filiale Grelckstraße bleibt erhalten

Schon seit Wochen war klar, dass die Drogeriekette Schlecker deutschlandweit tausende Filialen wird schließen müssen, um den Konzern aus der Schieflage zu befreien.

Am 13. März 2012 wurden die betroffenen Filialen per Fax in Kenntnis gesetzt. Geschäfte in besten Innenstadtlagen werden geschlossen, rund um Lokstedt sind stark frequentierte Geschäfte am Tibarg und Langenfelder Damm, aber auch kleinere Filialen wie in der Geschwister-Scholl-Straße, betroffen.

Die Schlecker-Filiale in der Grelckstraße ist allerdings nicht unter den 28 Drogeriemärkten, die das Unternehmen in Hamburg aufgeben wird. Das ist für die Kunden in Lokstedt und den Ladenbestand in der Grelckstraße positiv.

Am Schaufenster bedanken sich die Mitarbeiter der Filiale Grelckstraße mit einem dort angebrachten Dankesschreiben brav bei den Kunden. Doch dieses Schreiben täuscht ein wenig über die Verhältnisse. Die dort langjährig beschäftigte Mitarbeiterin wurde in Wirklichkeit entlassen. Es arbeitet dort jetzt eine Mitarbeiterin aus der nunmehr geschlossenen Filiale am Tibarg.

Das uns Lokstedter ein Schleckermarkt erhalten bleibt, ist Folge eines eigenwillig anmutenden Verfahrens. Schlecker schließt nicht etwa die Filialen, die den geringsten Umsatz gemacht haben. Kriterium ist ausschließlich, ob ein Konkurrent in der Nähe ist.

Da es in Lokstedt keinen anderen Drogerie-Discounter gibt und auch die nahe gelegene Schlecker-Filiale am Siemersplatz bereits im letzten Jahr geschlossen wurde, wird die Filiale Grelckstraße weiter geführt. Die Filiale am Tibarg hat zwar einen erheblich größeren Umsatz gemacht, wird aber wegen der Konkurrenzsituation am Tibarg geschlossen.

In Hamburg werden mehr als 100 Mitarbeiter, in Deutschland über 11.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Insolvenzverwalter will mit dieser Maßnahme das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen führen. Was allerdings fehlt, in der Grelckstraße wie im gesamten Unternehmen ist ein Konzept für die verbleibenden Filialen, bemängelt jedenfalls die Gewerkschaft Ver.di.

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© Lokstedt-online.de 18.03.2012