• /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         

Wochenmarkt Grelckstraße

„Hier ist es urgemütlich“

Auf dem Schulweg vorbei kommende Kinder bekommen am Fischstand bei der riesigen Auswahl oft große Augen. „Wo sind eigentlich die Augen bei einem Tintenfisch?“, fragen sie die Verkäuferin.

Stefanie Hildebrand gibt Ihr Wissen gerne weiter. Mit einer kurzen tieranatomischen Vorführung beantwortet sie solche Fragen souverän. Ihre Fachkenntnis begründet die junge Geschäftsführerin mit ihrer langjährigen Berufserfahrung. „Ich hab nicht nur eine Lehre im Fischgeschäft meiner Eltern in Rellingen gemacht, sondern bin quasi zwischen den Fischkisten großgeworden.“

Einen Fischstand gab es von Anfang an auf dem Wochenmarkt in der Grelckstraße. Seit 1989 belieferte die Firma Zander die Lokstedter mit frischem Fisch.

Vor 12 Jahren hat das Fischhaus Rellingen den Platz übernommen. Da war Stefanie Hildebrand gerade mit dem Abitur fertig und hat die Wochenmarktgeschäfte von Ihren Eltern übernommen. „Meine Eltern haben in Rellingen ihr Fischgeschäft und ich bin unterwegs mit dem Verkaufswagen. Ich habe zwar kein Bistro wie meine Eltern in Rellingen, aber auch ich biete frisch frittierten Fisch an.“

Die Marktbestücker haben ein sehr herzliches Verhältnis untereinander. Jeder kennt natürlich jeden. Am Imbisswagen kommt André Waesse und bringt der Imbissbetreiberin einen reichhaltigen Obstkorb vorbei. Wenig später bringt Rosario Giambrone zwei Blumensträuße.
Überhaupt scheint der Imbiss die zentrale Anlaufstelle für die Marktbetreiber zu sein. Hier treffen sie auch meist den Marktaufseher und können gleich ihre Standmiete bezahlen. Helmut Neufert, der die Markt-Metzgerei direkt gegenüber betreibt, gönnt sich hier jeden Mittwoch Nachmittag eine Ruhepause, bevor er mit seinem Marktstand aufbricht.

An kalten Tagen sieht man die Verkäufer vor der Bestellannahme erstmal Ihren „Coffee to go“ abstellen. Den haben sie von Axinija Pieper, die mit Ihrem Imbisswagen allerlei zum Frühstück und Mittagessen anzubieten hat.

Christine und André Waesse kommen aus Eidelstedt und sind seit 35 Jahren in der Obst- und Gemüsebranche auf verschiedenen Märkten in Hamburg unterwegs. Seit 25 Jahren haben sie einen eigenen Marktstand mit dem sie von Anfang an in der Grelckstraße dabei waren.

Auf die hervorragende Qualität seiner Produkte angesprochen, versichert André Waesse, dass er sein Obst und Gemüse fast ausschließlich vom Großhandel, der dem International Food Standard (IFS) unterliege, bezöge.

Sein IFS-zertifizierter Zulieferer, der Fruchtimport-Profi Kupka & Söhne, lässt für seine Produkte nur höchste Qualitäts- und Hygienestandards gelten, die er bereits vor Ort im Erzeugerland überprüfen lässt. Zudem betreibt er aber umfangreiche Kontrollen seiner Ware in deutschen Laboren. Die zuverlässige Kühlkette von Kupka & Sohn garantiert absolute Frische, zudem sei von der Ananas bis zur Zucchini jede Ware lückenlos zurückverfolgbar.

„Und im Sommer liegt unser Hauptaugenmerk auf frischem Spargel, welchen wir seit Jahren von Fritz Förthmann aus Kirchdorf in niedersächsischen Scharringhausen beziehen. Um hier den frischesten und besten Spargel zu bekommen sind wir in der Saison unterwegs, wenn andere Händler noch schlafen“, ergänzt seine Ehefrau Christine.

Als der Markt in der Grelckstraße im September 2009 sein 20. Jubiläum feierte, ließen die Waesses bei den Lokstedter Marktbesuchern nostalgische Gefühle aufkommen. Zum Dank für viele schöne Jahre boten sie etliche Produkte zum Preis von vor 20 Jahren an.

Denn am Mittwoch in Lokstedt fühlen sie sich immer besonders wohl. Die Menschen sind nett und Markt ist klein und übersichtlich. „Hier ist es urgemütlich, man kennt sich und es wird nicht geklaut.“ So fühlt sich das Ehepaar Waesse mittlerweile in Lokstedt heimisch, denn ihr Sohn ist im Dezember nach Lokstedt gezogen.

Kein Wunder also, dass die Marktbetreiber dem Markt die Treue halte. Heinz Emke ist ebenfallls von Anfang an dabei. Seine Familie hilft ihm Eier, Wurst, Geflügel und eine reichhaltige Auswahl an Salaten anzubieten.

Auch Hanna und Dirk Mojen sind schon lange mit dabei. Der Stand des Obsthofs Mojen ist seit 1999 regelmäßig in der Grelckstrape anzutreffen. Das Ehepaar hat im Alten Land einen Hof mit Obstanbau. Außer Obst verkaufen sie auch leckeren selbstgepressten Apfelsaft. Und auch Dirk Mojen findet: „Lokstedt hat einen richtig dörflichen Charakter und ein sehr angenehmes Publikum.“

Detlef Schulz betreibt das Marktgewerbe bereits seit 20 Jahren. Hier in der Grelckstraße ist er seit 6 Jahre. Er ist der Bezirksobmann für Eimsbüttel und vertritt den Verband der Marktbestücker.

Als Vertrauensmann vertritt er die Interessen der Marktbetreiber und verkauft gleichzeitig auf dem Markt. Dabei versorgt er die Lokstedter mit frischen Eiern, Kartoffeln und in der Saison mit Spargel.

Auch er findet den Markt in der Grelckstraße sehr gemütlich. „Es bringt Spass mit den Kunden und ich habe große Freude hohe Qualität zu besorgen. Dafür nutze ich meine guten Beziehungen und bringe die Ware ganz frisch direkt vom Bauern nach Lokstedt.“

Auch die wenige Ware die Herr Schulz auf dem Grossmarkt einkauft, besorgt er ganz früh, da ist die beste Ware noch zu haben. „Meine Kunden legen wert auf hohe Qualität und da gehört Frische einfach dazu.“

Herr Schulz ist ein absoluter Kartoffel-Spezialist. Auf die Frage warum er zwei Waagen hat, antwortet er. „Die klassische Kartoffelwaage ist für große Mengen ausgelegt. Für die Kunden die aber nur 3 Kartoffeln möchte, wiege ich auf der elektronischen.“ Jeder soll nur soviel nehmen wie er braucht.

Nachtrag 21.04.2013: Gabi Christiansen ist seit 17 Jahren auf dem Markt unterwegs und hat vor 8 Wochen den Wurst-, Käse-, Schinken-Standplatz von Frau Fock übernommen. Damit die Lokstedter auch einen Vorrat anlegen können schweißt Sie gerne ein.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 21.01.2012