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Siemersplatz / Vogt-Wells-Straße

Tödlicher Verkehrsunfall in Lokstedt

Am Dienstag den 24.04.2012, nachmittags um 14.20 Uhr, ereignete sich ein schrecklicher Verkehrsunfall am Siemersplatz, der für einen 86jährigen, gehbehinderten Mann tödlich endete.

Von der kleinen, unzureichend abgesicherten Verkehrsinsel kommend, auf die Seniorenwohnungen zugehend, überquerte der Rentner mit seinem Rollator den Zebrastreifen am Siemersplatz an der Ecke Vogt-Wells-Straße.

Lokstedt online warnte bereits in einem Artikel am 21.10.2011 vor den Gefahren für Fußgänger am Siemersplatz: „Nahezu unüberwindlich für Alte und Gebrechliche, Kinder und Tiere.“

Der 30-jährige Eugen P., Fahrer eines schweren LKW mit Anhänger, befuhr, wie täglich 60.000 Kraftwagen, die Kollaustraße in Richtung Siemersplatz. Beim Abbiegen in die Vogt-Wells-Straße übersah er den Fußgänger.

Der Rentner wurde von den Reifen des Lkws erfasst, überrollt und einige Meter mitgeschleift. Schwer verletzt klemmte er dann unter der Fahrerachse.

Obwohl sich Feuerwehr und Rettungskräfte sofort um den Schwerstverletzten kümmerten, kam jede Hilfe zu spät. Er starb im Rettungswagen noch am Unfallort. Der Leichnam wurde in das Institut für Rechtsmedizin transportiert. Der Verkehrsunfalldienst West hat die Ermittlungen übernommen.

Eine Augenzeugin des blutigen Geschehens, eine junge Frau mit Säugling im Kinderwagen, saß völlig abwesend auf einer Mauer. Herumstehende versuchten sie zu beruhigen. Die Stimmung unter den umstehenden Passanten war explosiv.

Nahezu jeder hatte ein Beispiel für die Gefährlichkeit dieser Abbiegespur aus der jüngsten Vergangenheit parat. Und es ist tatsächlich so, dass man nur kurze Zeit warten muss, um eine brenzlige Situation mit zu erleben.

Viele Autofahrer ignorieren den Zebrastreifen und die herannahenden Fussgänger. Sie konzentrieren sich auf eine Lücke im Verkehr, die ihnen erlaubt abzubiegen. Die Lücke entsteht aber nur, wenn der Verkehr von der Osterfeldstraße bei Rot stoppt und der Abbiegeverkehr aus Richtung Innenstadt durch ist. Das Problem dabei: Auch die Fußgänger überqueren zu diesem Zeitpunkt bei Grün die Vogt-Wells-Straße. Die Autos fahren teils mit quietschenden Reifen an, wenn sich eine Chance zum Einbiegen ergibt, hupen oder stehen auf dem Zebrastreifen. Dabei übersehen sie oftmals die Fußgänger.

Insofern ist der Tod des Rentners kein tragischer Zufall, sondern folgerichtig. Die Situation am Siemersplatz ist insgesamt unübersichtlich. Ständig versucht die Behörde Neuerungen einzuführen. Die Ampelschaltung ist konfus. Letztens hatten Passanten gerade Grün bekommen, da schoss ein Bus vorbei. Direkt danach war schon wieder Rot für die Fußgänger.

Vermutlich ist man sich über die Gefährlichkeit der Kreuzung im Klaren, findet aber keine Mittel.

Als vor einiger Zeit die Linksabbiegespuren ohne Grünphase auskommen mussten, wurde die Ampelschaltung erst wieder korrigiert, nachdem es zu etlichen, teilweise schweren Unfällen gekommen war.

Scheinbar hoffen die Verantwortlichen die Probleme dadurch zu lösen, dass sie die Ampelphasen beschleunigen. Auf die Idee aber, dass die Probleme durch das viel zu hohe Verkehrsaufkommen entstehen, kommen sie nicht.

Im Gegenteil: Es wird alles dafür getan, zusätzlichen Verkehr über den Siemersplatz zu leiten. Wenn man sich z.B. die Verkehrsführungen der Kreuzungen Hoheluft / Gärtnerstraße oder Deelböge / Tarpenbekstraße ansieht, so wird dort der Verkehr grundsätzlich so geleitet, dass er über den Siemersplatz geht, auch wenn die Fahrer zum Teil absurde Umwege fahren müssen.

Derzeit ist zudem geplant, um die Borstler Chaussee zu entlasten, täglich 7000 zusätzliche Autos durch den dann vierspurigen Nedderfeld fahren zu lassen, die als Versatzverkehr genau die heutige Unfallstelle passieren werden.

Die Polizei sperrte nach dem Unfall den Verkehr weiträumig ab. Auf der Vogt-Wells-Straße zwischen Siemersplatz und Oddernskamp war kein Fahrzeug unterwegs.

Für zwei Stunden war es dann rund in der Vogt-Wells-Straße gespenstisch ruhig. Beinahe so, als ob die Verkehrsteilnehmer im Gedenken an das Opfer innehielten.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser sinnlose Tod dazu führen wird, dass endlich etwas geschieht am Siemersplatz.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 24.04.2012