Einbruchsserie aufgeklärt

Wer hat an der Wohnungstür gelauscht?

Zwei Jahre lang trieb ein Serieneinbrecher sein Unwesen in Hamburg. Bei seinen 96 Einbrüchen trug der inzwischen inhaftierte Mazedonier als echter Profi natürlich Handschuhe - Ohrschoner wären sinnvoller gewesen.

Kaum zu glauben: Die Spurensicherer des Landeskriminalamtes fanden zwischen Juli 2009 und Juli 2011 an insgesamt 96 Einbruchstatorten identische Ohrabdrücke an den Haus- oder Wohnungstüren. Ein 33 jähriger Serientäter drückte sein Ohr an die Haustüren und gab so jedem Tatort seine unverwechselbare Signatur.

Vermutlich tat es dies, um sicherzugehen, dass wirklich niemand zuhause war. Was der Einbrecher offensichtlich nicht wusste: Ohrabdrücke haben einen ähnlich hohen individuellen Beweiswert wie Fingerabdrücke. Der Vorteil von Ohrabdrücken ist zudem, dass sie selten zufällig entstehen.

Bei den Taten in 14 Hamburger Stadtteilen, darunter auch Lokstedt, erbeutete der Mann überwiegend Schmuck, Bargeld und hochwertige elektronische Geräte. Dabei ist ein Gesamtschaden von etwa 500.000 Euro entstanden.

Als der Verdächtige im Dezember 2011 nach einem Einbruch in Kiel vorläufig festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt wurde, konnten ihm durch Abgleiche von DNA-Spuren und seiner Ohrabdrücke auch die Taten in Hamburg zugeordnet werden. Jetzt erwartet ihn eine langjährige Haftstrafe.

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© Lokstedt-online 27.06.2012