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Einbrüche im Zylinderviertel

Kein Einzelfall

Abgebildet ein Dachdecker: „Das Bürgerhaus macht aktive Sommerpause, das Büro bleibt vom 16. Juli bis zum 11. August geschlossen.“ Diese Informationen dienten womöglich Verbrechern. In der Nacht zum 24. Juli wurde ins Bürgerhaus Lokstedt eingebrochen. Diebesgut: Dachdecker-Werkzeug.

Lange Zeit hatte das Bürgerhaus Lokstedt Spenden gesammelt. Ursprünglich war ein Anbau geplant, nun mussten die Gelder für notwendige Reparaturen herhalten. Doch auch darüber waren die Mitglieder des Bürgerhauses froh, rechtzeitig zum Ende der Hamburger Sommerferien wollten sie wieder ein festes, wasserdichtes Dach über dem Kopf haben. So informierte man auf Plakaten die Mitglieder darüber, dass in diesem Jahr die Sommerpause aktiv nutzt würde um zu renovieren.

Als die Dachdeckerleute der Firma Gebrüder Kampf Sanitärtechnik GmbH am Donnerstag um 6.45 Uhr auf der Baustelle ankamen, bemerkten sie zunächst nichts auffälliges. Bei Arbeitsbeginn um 7 Uhr stellte Bauleiter Bernd Bethke jedoch fest, dass die Arbeitsgeräte fast ausnahmslos fehlten. Er benachrichtigte seine Firma und die Polizei. Die Kripo kam sofort herbei, später folgte die Spurensicherung.
Eingedrungen waren die dreisten Diebe auf der Rückseite des Gebäudes. Die Fenster im Erdgeschoß wurden aufgehebelt. Auf diesen Weg wurde schließlich auch das Stehlgut abtransportiert.

Das die Einbrecher vom Fach waren, zeigt deren Beute. Gestohlen wurden ausschließlich die Arbeitsgeräte der Dachdeckerfirma: Akku-Nagler, mehrere Akku-Schrauber, Flex, Ketten-, Kreis- und Stichsäge. Der Klempner büßte eine Rolle Kupferrohr und der Elektriker ein Starkstromkabel ein.

In den Obergeschossen fehlte nichts, soweit eine aus dem Urlaub herbei gerufene Mitarbeiterin des Bürgerhauses feststellen konnte, obwohl die Täter auch dort gewesen waren. Die Diebe hatten unter den Abdeckfolien nach Brauchbarem gesucht. Mobiliar des Bürgerhauses oder der alte Computer im Sekretariat interessierten sie offensichtlich weniger als das Werkzeug.

Bauleiter Bethke ist über diesen Diebstahl verwundert: „Seit über 30 Jahren arbeite ich auf dem Bau. Noch nie ist mir aus einem bewohnten Haus Werkzeug gestohlen worden.“

Doch das ist es wohl. Das Bürgerhaus ist zwar von außen betrachtet eine Villa im noblen Zylinderviertel, aber man kann das Haus nicht wirklich als bewohnt bezeichnen - zumal derzeit Sommerferien sind.

Nach dem Einbruch haben die Dachdecker Kontakt mit einigen Nachbarn des Bürgerhauses bekommen. Halten vor einem Haus mehrere Polizeifahrzeuge zieht dies Schaulustige an und die Anwohner wollen natürlich erfahren, was nun wieder in der Nachbarschaft vorgefallen ist. So haben die Dachdecker erfahren, dass in der Sottorfallee häufig eingebrochen würde. Hätte Bethke das gewusst, er hätte sein Werkzeug abends mitgenommen. Für ihn und seine Kollegen sei dieser Diebstahl sehr ärgerlich. Teilweise handele es sich um privates Werkzeug, damit müssten sie ihre Kinder ernähren.

So traurig das ganze auch ist, die termingerechte Fertigstellung der Arbeiten, nächste Woche sollen Klempner, Maurer und Fliesenlegen mit ihren Arbeiten beginnen, ist nicht gefährdet. Die Dachdecker konnten sich erst mal mit Altwerkzeug behelfen und weiter arbeiten. Später kam der Chef und ergänzte das Werkzeug, das die Handwerker nun natürlich abends immer mitnehmen.

Beobachtungen und sachdienliche Hinweise nimmt die örtliche Polizeiwache 23 unter Tel.: 428 65 23 10 entgegen.

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© Lokstedt-online 26.07.2014