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Autoteile

Luftsackdiebstahl Live

Am Freitagabend wurden auf der Automeile am Nedderfeld vier PKW auf dem Gebrauchtwagengelände von BMW aufgebrochen. Aus den Lenkrädern der Fahrzeuge wurden aus jedem Fahrzeug die Luftsäcke (neudeutsch: Airbags) entwendet.

Ein aufmerksamer Lokstedter Radfahrer konnte an der Automeile einen Luftsack-Seriendiebstahl vorzeitig beenden. Die Diebe bemerkten nämlich, dass sie von ihm aus sicherer Entfernung beobachtet wurden und verließen bereits nach Airbag Nr. 4 das Gelände.

Gegen 20.15 Uhr hatte der Radfahrer sich auf dem benachbartem Peugeot-Gelände einige Pkw angesehen, als er Augenzeuge der Straftaten wurde. Wie er später der von ihm alarmierten Polizei zu Protokoll gab, hatte er von seinem Standort aus hinter sich einen dumpfen Schlag gehört. Zunächst nahm er an, dass das Geräusch durch ein fahrendes Fahrzeug verursacht worden sein könnte, welches über die Straßenbaustelle Nedderfeld gefahren war.

Kurz nach dem ersten Schlag hörte er einen zweiten Schlag mit einem undefinierbarem Nachklang. Wie sich im weiteren Verlauf herausstellte, handelte es sich um das in kleinen Stücken zu Boden fallende Sicherheitsglas einer Autoscheibe. Nun konnte der Zeuge in etwa 70 Metern Entfernung zwei südländisch wirkende männliche Gestalten beobachten, die sich auf dem benachbartem Gelände an einem ausgestellten Gebrauchtwagen auffällig verhielten.

Später wurde klar, dass die Männer in diesem Augenblick beim Luftsackdiebstahl Nr. 3 beobachtet worden sind. Schätzungsweise dauerte die Aktion 2 Minuten. Nachdem die Täter bemerkt hatten, dass sie beobachtet wurden, gingen sie in aller Ruhe weiter durch die Fahrzeugreihen, allerdings schon in Richtung Ausgang. Sie schienen die Pkw weiterhin aufmerksam in Augenschein zu nehmen. In diesem Augenblick ist dem Zeugen die eingeschlagene Fensterscheibe an der Fahrertür des Fahrzeuges aufgefallen, an dem er die Täter zuerst beobachtet hatte.

Nun verständigte der Zeuge von seinem Mobiltelefon aus die Polizei, bestieg sein Fahrrad und folgte den Tätern in angemessenem Abstand. Einer der Täter hielt einen dunklen Beutel in einer Hand. Noch während des Gesprächs mit der Polizei begingen die Täter den 4. Luftsackdiebstahl, um danach das Gelände auf dem Nedderfeld in Richtung Kollaustraße ruhigen Schrittes zu verlassen.

Während der Zeuge vom Rad aus telefonisch der Polizei keine präzise Personenbeschreibung geben konnte, weil er sich immer in einiger Entfernung zu diesen aufgehalten hatte, verlor er die Täter plötzlich aus seinem Sichtfeld.

Inzwischen traf der erste Peterwagen am Nedderfeld ein und der Zeuge beendete die telefonische Live-Berichterstattung des Luftsackdiebstahls an die Polizei.

Vor seinen Beobachtungen waren die Täter bereits von anderen Zeugen beobachtet worden, als diese sich noch auf dem rückwärtigem Teil des Grundstückes der Luftsäcke von zwei weiteren Fahrzeugen bemächtigt hatten.

Die Sofortfahndung nach den Tätern blieb erfolglos. Sie werden sich nach der Tat sehr schnell der Airbags entledigt haben, die heiße Ware an einen Hehler weiter gereicht haben.

Der Seriendiebstahl von Autoteilen ist inzwischen ein Delikt, dass der organisierten Kriminalität zugerechnet wird. Nach Einschätzung der Kriminalpolizeit handelt es sich bei den Diebstahlserien um systematisch abgearbeitete Auftragsbestellungen für den osteuropäischen Raum - hier gibt es einen umfangreichen Schwarzmarkt für geklaute Ersatzteile. Es kommt vor, dass auf einem einzigen Autohof bis zu 30 und mehr Airbags auf einen Schlag entwendet werden. Dabei werden die aufgebrochenen Fahrzeuge präzise ausgewählt.

Airbags lassen sich mit wenigen Handgriffen ausbauen und schnell zu Geld machen. Je nach Fabrikat beträgt sein Wert bis zu 1.500 Euro. Und innerhalb von wenigen Minuten ist ein wertvoller Luftsack ausgebaut: Seitenscheibe einschlagen, Stromzufuhr unterbrechen, zwei Schrauben lösen, fertig.

Ein Geschäft von gewissenlosen Kriminellen. Um an einen Airbag zu kommen, wird ein erheblicher Sachschaden an dem Pkw angerichtet. Die Luftsäcke werden vor allem an dubiose Gebrauchtwagenhändler geliefert, die sie gegen gezündete Airbags in Unfall-Fahrzeugen auswechseln. Im Ernstfall geht dies zu Lasten der Sicherheit der jeweiligen Autokäufer. Da oft die zugehörige Steuerelektronik fehlt oder beim Diebstahl beschädigt wurde, lösen die gestohlenen Airbags bei einem Unfall häufig nicht aus.

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© Lokstedt-online 26.05.2014, Live-Bericht und Fotos: Paule Petersen