Randalierer

48-Stunden-Trip in Lokstedt

Seit Anfang der Woche schon drang Lärm aus der Wohnung im zweiten Stock. Fast durchgängig wurden Möbel gerückt, dazu dröhnte laute Musik aus der Wohnung von Michael S.

Die Mitbewohner des Mehrfamilienhauses in der Julius-Vosseler-Straße hatten volle zwei Tage Geduld mit dem 55-Jährigen. Als er aber in den frühen Morgenstunden des Mittwochs anfing Gegenstände von seinem Balkon aus in den kleinen Vorgarten zu werfen, hatte die Geduld ein Ende. Gegen 6 Uhr riefen sie die Polizei.

Als die Polizisten von der Revierwache 23 (Troplowitzstraße) eintrafen, bewarf der Wohnungsinhaber die Polizisten mit Holzlatten, Bierseideln, Holzlatten und Klopapier. Er drohte, im Besitz einer Waffe zu sein und würde nicht zögern auf Beamte zu schießen.

Den Polizisten blieb darauf hin nichts Weiteres übrig als die Kollegen vom Mobilen Einsatzkommando zu rufen, die dann gegen 8.30 Uhr in die Wohnung eindrangen. Zu diesem Zeitpunkt sah der kleine Vorgarten bereits wie eine Müllhalde.

Ausgerechnet in diesem Moment der möglichen Eskalation hatte sich der Randalierer offensichtlich beruhigt. Er saß mit Kopfhörern brav auf dem Sofa, seine Gaspistole lag auf dem Tisch und er behauptete nur Staub gesaugt zu haben. Daran, dass er Gegenstände vom Balkon geworfen hätte, könne er sich nicht erinnern. Die Wohnung wirkte aber aufgeräumt. Kein Wunder, alles Überflüssige lag ja auch bereits im Vorgarten.

Die Polizisten nahmen den Beschuldigten vorläufig fest und führten ihn später dem sozialpsychiatrischen Dienst zu. Anschließend durchsuchten die Polizisten die noch Wohnung. Ob sie dabei fündig geworden sind und eine Erklärung für den 48-Stunden-Trip gefunden haben, war nicht in Erfahrung zu bringen. Die Ermittlungen dauern an.

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© Lokstedt-online 05.09.2013