Trickdiebstahl in Wohnungen

Rollator lockt Kriminelle

Sie haben es auf alte und gebrechliche Personen abgesehen, verfolgen diese bis an die Haustüre, sprechen sie an und versuchen unter einem Vorwand in die Wohnung ihrer Opfer zu gelangen. Sind sie erst einmal in der Wohnung, schrecken sie vor nichts zurück um Wertsachen und Ersparnisse an sich zu bringen.

Vor Supermärkten warten sie auf ihre Opfer. Einen Rentner, der aufgrund einer Gehbehinderung auf einen Rollator angewiesen ist, zu verfolgen, ist meist ein Kinderspiel. Es ist aber auch verstärkt zu beobachten, dass Tricktäter Seniorenwohnanlagen ohne Pförtner aufsuchen und dort auf ihre Opfer warten.

In Lokstedt wurde beispielsweise Ende Juni ein 77-jähriger Rentner, der gerade mühsam seine Einkäufe heimgetragen hatte, beim Aufschließen der Haustür von einem 36-jährigen Polen angesprochen. Dieser redete solange auf den Hilflosen ein, bot an die Tüten hinauf zu tragen und verlangte schließlich Einlass in die Wohnung, angeblich um zu telefonieren.

Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der ältere Menschen betroffen sein können, so die Polizei Hamburg.

Andere bekannte Maschen sind:
Der Glas Wasser-Trick: Täterinnen täuschen Schwangerschaft, Übelkeit oder die Notwendigkeit einer Arzneimitteleinnahme vor und bitten um ein Glas Wasser.

Der Papier- und Bleistift-Trick: Täter wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen. Dazu fragen sie nach Schreibzeug sowie Papier und drängen auf eine Schreibunterlage in der Wohnung oder bitten das Opfer, die Nachricht selbst zu verfassen.

Der Geschenkabgabe-Trick: Täter wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn Blumen oder ein Geschenk abgeben. Dabei drängen sie darauf, die Blumen zu versorgen oder das Geschenk selbst zu verwahren.

Der in Lokstedt aktive Trickdieb hatte sich allerdings verrechnet. Der 77-jährige Rentner widersprach ihm energisch und wurde laut, woraufhin eine Nachbarin auf den Vorfall aufmerksam wurde.

Diese verständigte die Polizei und verfolgte den Tatverdächtigen mit dem Handy am Ohr. So konnte sie der Polizei die Fluchtrichtung des Kriminellen angeben.

Aufgrund dieser Angaben und einer detaillierten Personenbeschreibung gelang es den Flüchtenden aufzugreifen und wegen Verdachts des versuchten Trickdiebstahls vorläufig festzunehmen.

Gegen den Polen lag zusätzlich bereits ein Haftbefehl vor, sodass er einstweilen aus dem Verkehr gezogen werden konnte. Seine Flucht endete im Untersuchungsgefängnis.

www.presseportal.de
www.polizei-beratung.de

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 17.08.2013