Unfall im U-Bahn-Tunnel

Person unter Zug

Anfang März wurden die Haltestellen der U-Bahnlinie U2 zwischen den Haltestellen Schlump und Hagenbecks Tierpark barrierefrei gemacht. Zwei Wochen war die U-Bahnlinie gesperrt. Drei Tage nach der Wiedereröffnung ereignete sich ein tödlicher Unfall im Bereich Lutterothstraße.

Wer jemals in seinem Leben als Notarzt, Rettungssanitäter oder Feuerwehrmann tätig war, kennt das mulmige Gefühl. Die Gänsehaut die einen überkommt, wenn man zu einem außergewöhnlichen Unfallort gerufen wird.

Zu diesen besonders schweren - und schwer zu verarbeitenden Unfällen - gehören zweifelsfrei insbesondere U-Bahn-Unfälle.

Am Donnerstag, den 21.03.2013 bekam die Freiwillige Feuerwehr Lokstedt eine solche Einsatzorder. Die knappe Info lautete: „Lutterothstraße - Gleis 1 - Person unter Zug - Zug steht im Tunnel - ca. 50 bis 100 m Richtung Hagenbecks Tierpark.“

Den geübten Feuerwehrmännern, war sofort klar, was in einer solchen Situation getan werden musste. Im späteren Einsatzbericht heißt es dann: „Eine Person wurde ca. 200 Meter entfernt von der U-Bahn Haltestelle Lutterothstraße von einem Zug der Linie U2 überfahren. Die Person erlag an der Einsatzstelle den Verletzungen. Von den Feuerwehrkräften wurde die U-Bahn geerdet und anschließend evakuiert. Eine Person wurde mit einem weiteren Rettungswagen mit Schocksymptomen ins Krankenhaus transportiert. Anschließend konnte die Person unter der U-Bahn geborgen werden.“

Fast drei Stunden war der gesamte Zugverkehr auf der Strecke lahmgelegt. Die von der U-Bahn erfasste Person wurde mehrere Meter vom Zug mitgeschleift und bis zur Unkenntlichkeit verletzt. Alter und Geschlecht ungeklärt. Weitere Ermittlungen müssen ergeben, wie es zu dieser Tragödie kam. War es ein tragischer Unfall oder Selbstmord?

Eine Stunde mussten etwa 100 Fahrgäste in dem vom Unfall betroffenen Zug auf ihre Rettung warten. Anschließend wurden sie von Rettungskräften aus dem Tunnel geführt. Einen der Fahrgäste belastete die Situation - sei es der lange Aufenthalt im Tunnel oder der Anblick der Person unter der U-Bahn - so sehr, dass er mit einem Schock im Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste.

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© Lokstedt-online 02.04.2013