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Feuerwehreinsatz

Paketwagen unter Straßenschild eingeklemmt

Spielnachmittag im Haus der Lokstedt-online-Redaktion. Die Kinder spielen fröhlich. Eben haben sie noch Muffins gebacken, nun warten sie nur noch darauf, dass sie endlich abgekühlt sind. Plötzlich flackert Blaulicht ins Kinderzimmer.

Marlene, die Freundin unseres Sohnes, war schon öfter mit auf Reportage. Sie ahnt schlimmes, schaut aus dem Fenster und ruft zu mir: „ Hol Deinen Fotoapparat! Schnell, draußen ist was passiert!“

Also sofort anziehen und raus. So ist das mit den rasenden Reportern - die sind fast so schnell wie die Feuerwehr.

Kaum 50 Meter vom unserem Haus entfernt steht ein eingeklemmter DHL-Paketwagen. Die Polizei ist schon wieder weg, dafür ist aber die gesamte Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Lokstedt bereits im Einsatz - das Malheur passierte doch tatsächlich genau vor ihrer Wache.

Es folgt eine Bestandsaufnahme. Marlene macht ganz aufgeregt die ersten Fotos.

Der Fahrer des Paketwagens war zutiefst erschüttert. "Das hätte nicht passieren dürfen", sagt er uns. Er habe gleich die Zentrale informiert. Ein Wagen der die Pakete abholt, werde allerdings nicht mehr benötigt, denn es wären ohnehin seine letzten Pakete gewesen, dann hätte er Feierabend gehabt. Mit Galgenhumor fügt er hinzu: „Und mein Wagen fährt ja noch, allerdings oben ohne, als Cabriolet."
 Uns interessiert, wie es passiert ist.

„Auf der Vogt-Wells-Straße ist wegen des starken Verkehrs überall Halteverbot.“, sagt der Fahrer.

Richtig, wenn z.B. die Müllabfuhr die Container leert, wird einem ganz mulmig. Wäre dort eine Baustelle, würde sie gesichert. Wenn da mal ein Müll-Container in den fließenden Verkehr rollt, eine Tonne auf die Fahrbahn gerät oder ein Arbeiter einen Schritt in die falsche Richtung macht. Man möchte lieber nicht weiterdenken.

Weit und breit ist also auf der rechten Seite kein Parkplatz. Auf der gegenüber liegenden Seite war allerdings gerade einer frei, aber da müsste der Paketfahrer dann mit mehreren Paketen in der Hand zu Fuß bis zum Siemersplatz gehen, dort die Straße überqueren und dann wieder zurück. Ein ziemlich langer Weg für einen unter Zeitdruck arbeitenden Zusteller der DHL.

Die Vogt-Wells-Straße an der Unglücksstelle zu überqueren käme für ihn nicht in Frage. Das sei lebensgefährlich. Die Autos kommen in hoher Geschwindigkeit an. Für einen Augenblick ist es frei, schon rasen weitere Autos an einem vorbei. Viele Passanten überqueren trotzdem hier die Straße. Manchmal sogar Mütter mit Kinderwagen, alte Leute mit Rollator. Sie unterschätzen die Gefahr, stehen dann voller Panik auf dem Mittelstreifen und warten auf den Moment wo eine Lücke kommt. Manchmal hupt ein Auto während sie warten. Diese Tortur tun sich die meisten nur einmal an - hoffentlich.
 
Also entschied sich der Fahrer auf dem Radfahrweg und Bürgersteig zu parken. Das machen viele, insbesondere Zulieferer, und auch die Polizei. Das Problem war nur das dort angebrachte Verkehrsschild. Natürlich hat es keine Höhenangabe, wie es bei Brücken der Fall ist. Der Fahrer hat entweder das Verkehrsschild nicht gesehen, oder die Höhe falsch eingeschätzt.

Auf jedem Fall stoppte das Verkehrsschild den Wagen. Ein ziemlicher Schock für den Fahrer. Das Schild hat das Dach vom Wagen aufgerissen, ein Rohr ragt nun in den Fahrerraum. Es hätte noch viel schlimmer ausgehen können, teilte uns einer der Feuerwehrleute mit.

Mittlerweile ist das Schild abmontiert. Es ist ausgerechnet der Wegweiser zum Centrum. Er liegt nun zerknickt in der Feuerwehrhalle.

Draußen haben sich inzwischen einige Schaulustige angesammelt. Auch Ehefrauen der Feuerwehrmänner sind dazu gekommen. Mit Stolz sehen sie ihren Männern bei der heldenhaften Rettungsaktion zu. Alle Zuschauer sind froh, dass es hierbei nicht um einen Personenschaden geht, sondern um einen DHL-Wagen.

Auch Marlene schaut sich den Unfallort genau an. Die Feuerwehrleute sind zu fünft im Einsatz. Ein Feuerwehrmann steht auf der Leiter, zwei halten die Leiter, einer von hinten und einer von vorne. Zwei weitere sichern zur Straße hin ab. Ach ja, dann noch einer, der den Bericht schreibt und einer, der die abgeschraubten Teile wegschafft.

Also sieben schwer beschäftigte Feuerwehrmänner. Da kommt Marlene eine Idee! Schnell läuft sie zurück ins Haus und holt die frisch gebackenen Muffins - zur Stärkung.

Als erstes bekommt der Paketfahrer einen. "Der braucht Nervennahrung.", so Marlene. Die Feuerwehrmänner stellen sich an und freuen sich. 

Unsere Nachwuchs-Reporterin fasst zusammen: Da haben wir eine gute Story und die Muffins runden die Geschichte ab.

www.fflokstedt.de

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© Lokstedt-online 17.02.2013