Senioren

Rabiate Rentnerinnen

Im August 2015 ereignete sich ein dubioser Fall von Seniorenrandale nach einem missglückten Ausparkmanöver. Er führte nun zu einem Verfahren gegen eine 78-Jährige wegen Fahrerflucht, Nötigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen, handgreiflichen Auseinandersetzung?

Die Buchenallee ist eine ruhige Wohnstraße, gelegen am Fuße der Lokstedter Wasserturms. Auch an diesem Tag im August 2015 war zunächst noch alles ruhig, vielleicht abgesehen davon, dass ein 73-jähriger Rentner seine Hecke schnitt. Plötzlich hörte der Hobbygärtner es krachen. Eine ältere "Dame" hatte beim Rückwärtsausparken den Wagen seiner Frau angefahren und machte Anstalten sich vom Acker zu machen. Er rief die Polizei und wollte die Seniorin daran hindern, den Unfallort zu verlassen. Deshalb stellte er sich von ihren Wagen.

Die 78-jährige Autofahrerin fuhr trotzdem los und touchierte den Mann am linken Bein. Er öffnete ihre Autotür und entwendete den Schlüssel. "Es konnte nicht angehen, dass jemand versucht, mich über den Haufen zu fahren", sagte er als Zeuge vor Gericht.

Ohne Autoschlüssel war die Frau gezwungen auf die Polizei zu warten. Während der Wartezeit wurde es ihr offensichtlich langweilig, sie holte daher Verstärkung: ihre drei Jahre jüngere Schwester sollte ihr Gesellschaft leisten.

Als die Polizei eintraf eskalierte die Situation. Die Beamten wollten natürlich den Führerschein der älteren Autofahrerin sehen und vermutlich danach erst mal einbehalten. Die Seniorin wollte ihn aber nicht herausgeben. Sie schupste einen Beamten zur Seite und übergab die Handtasche mit dem Führerschein ihrer Schwester. Die ehemalige Sozialarbeiterin fand das sei ein lustiges "Spiel" (so ihre Aussage vor Gericht) und lief mit der Tasche davon. Sie wurde allerdings von einer Polizistin schnell eingeholt.

Da die Schwestern weiteren Widerstand leisteten wurden sie durch die Polizisten zu Boden gerungen, mit Handschellen gefesselt und mit aufs Revier genommen.

Verfahren gegen 78-Jährige wurde gegen eine Geldauflage von 1500 Euro eingestellt.

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© Lokstedt-online 17.03.2016