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Haus- und Wohnungseinbrüche

Sie kommen in der Dämmerung

Mit der dunklen Jahreszeit beginnt nun wieder die Einbruch-Saison. Am Montag den 15.10.2012 konnten wir Polizisten der Revierwache 23 (Troplowitzstraße) im Einsatz erleben. Tatort ein Einfamilienhaus mitten in Lokstedt.

Die Bewohner des Einfamilienhauses hatten ihr Haus gegen 16.30 Uhr verlassen. Sie waren bis 18.00 Uhr beim Zahnarzt und hatten danach noch schnell einige Besorgungen gemacht. Ihr Haus hatten sie ordnungsgemäß verschlossen, allerdings weder die Alarmanlage eingeschaltet noch die Jalousien herunter gezogen: „Es war ja noch hell, als wir das Haus verließen.“

Als die Familie gegen 19.30 Uhr wieder zuhause ankam, war der Schrecken groß. Das ganze Haus durchwühlt, Schränke und Schubladen geöffnet und der Inhalt auf dem Boden verteilt. Die Täter hatten offensichtlich ausreichend Zeit gehabt, praktisch alle Wertsachen aufzuspüren. Mitgenommen wurde außerdem Computer, Bargeld und persönliche Andenken.

Die unbekannten Täter hatten das nach hinten gelegene Küchenfenster eingeschlagen. Danach war es ein leichtes, durch das Loch im Fenster zu greifen und das Fenster zu öffnen.

Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen und die meisten dieser Einbrüche werden während der Abendstunden begangen. Im Spätherbst verdoppelt sich die Zahl der Einbrüche. Grund dafür ist das geringere Entdeckungsrisiko bei Dunkelheit.

Untersuchungen der Polizei belegen: Mehr als ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitern, weil Wohnungen oder Häuser gesichert sind. Gelegenheitstäter, die mit Schraubendrehern schlecht gesicherte Türen oder Fenster aufbrechen, scheitern häufig. Machen sie es diesen Tätern nicht zu leicht.

In diesem Fall lag es anders. Die Täter konnten problemlos ins Haus gelangen.
5 Minuten nachdem die Polizei über 112 alarmiert wurde, waren zwei Streifenwagen mit vier Beamten sowie zwei Auszubildenden am Einsatzort.

Zunächst wurde von den Polizisten überall nachgeschaut, ob sich die Täter noch im Haus befinden. Die Hausbesitzer hatten sich nämlich noch nicht in die obere Etage und den Keller getraut.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme rund ums Haus war klar: Die Täter sind über den Gartenzaun auf das Grundstück gelangt - der war verbogen.

Während der Wartezeit auf den Kriminaldauerdienst erhielten die Opfer eine erste Beratung vor Ort. Der Garten könnte durch einen höheren Zaun und Brombeerbüsche gesichert werden. Bei den Fenstern und Türen nach hinten sollte die mechanische Sicherung verbessert werden. Und zukünftig kein Werkzeug oder Gartengeräte auf der Terrasse liegen lassen, damit helfen sie nur den Einbrechern. Schließen sie es also nach Gebrauch wieder weg.

Gegen 21.30 kam eine Beamtin vom Kriminaldauerdienst. Sie machte im ganzen Haus Fotos und stellte den Hausbesitzern verschiedene Fragen.

Da in diesem Falle das Vorgehen der Täter nahelegte, dass sie Spuren am Einbruchsort hinterlassen haben könnten, wurde dann noch die Spurensicherung hinzugezogen. Die fertigte von den Fußspuren Folienabzüge an und machte sich anschließend auf die Suche nach Fingerabdrücken der Täter. Alles, was die Täter berührt haben könnten, wurde mit Graphit eingepudert.

Gegen 1.00 Uhr waren die Opfer dann wieder alleine in ihrem Haus und konnten mit der provisorischen Sicherung des kaputten Fensters, der Änderung ihrer Internet-Passwörter, dem Aufräumen und der weiteren Bestandsaufnahme beginnen. Ihre Aufgabe für die nächsten Tage: einen Tischler mit der Reparatur des Fensters beauftragen (diesmal gleich mit einbruchsicherem Glas) und das Erstellen einer Stehlgutliste für Polizei und Versicherung.

Auch hierbei kann man vorsorgen und alle Wertsachen, die man nicht sicher im Banktresor verwahrt, fotografieren und auf eine Wertsachenliste setzen. Das erleichtert im Fall der Fälle die Arbeit ganz erheblich. Die Computerdaten sollten gesichert sein und Internet-Passwörter nicht offen herumliegen.

Beachten sie bitte außerdem den Tipp der Polizei:

Sichern sie Haus- und Wohnungstüren, Balkon- und Terrassentüren sowie die Fenster. Gut gesicherte Fenster und Türen zu öffnen, erfordert in der Regel einen hohen Zeitaufwand und verursacht Lärm.

Und, lassen sie sich kompetent beraten:

Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle

Caffamacherreihe 4, 20355 Hamburg
Tel.: 428 67 12 80 / 81
Termine nach telefonischer Vereinbarung
www.hamburg.de
www.polizei-beratung.de

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© Lokstedt-online.de 27.10.2012